Alfred Bester
Bevor Alfred Bester den ersten Hugo Award der Geschichte gewann, schrieb er Superman. Nachdem seine Herausgeber Mort Weisinger und Jack Schiff 1942 zu den Comics gewechselt waren, ging er mit und verfasste, eingeführt von Bill Finger, Hefte für Superman, Captain Marvel und Green Lantern; ab 1946 Hörspiele für Charlie Chan, Nero Wolfe und Hercule Poirot, ab 1950 auch fürs Fernsehen. Die Science-Fiction hatte er zu diesem Zeitpunkt schon einmal aufgegeben. Geboren wurde er am 18. Dezember 1913 in Manhattan, als Sohn jüdischer, wenig religiöser Eltern. 1926 stieß er an Zeitungsständen auf Hugo Gernsbacks Amazing Stories. Das Interesse blieb, auch wenn ihn die Pulp-Hefte der folgenden Jahre eher langweilten. Er studierte Naturwissenschaften und Kunstgeschichte an der University of Pennsylvania, schloss 1935 mit einem Bachelor ab und studierte danach mehrere Jahre Jura an der Columbia University, ohne dass daraus ein Beruf wurde. Seine erste Geschichte entstand für einen Wettbewerb: "The Broken Axiom" erschien im April 1939 in Thrilling Wonder Stories. Bis 1942 folgten dreizehn weitere, die er selbst "Fingerübungen" nannte. Die bekannteste davon, "Adam and No Eve" von 1941, lässt den letzten lebenden Menschen erkennen, dass allein sein eigener Leib neues Leben auf die tote Erde bringen kann. Zurückgeholt hat ihn Horace L. Gold. Zwischen 1952 und 1957 entstanden die beiden Romane, für die Bester heute steht. "The Demolished Man" erzählt von einem Mord in einer Welt, in der Telepathen die Polizeiarbeit übernehmen und der Täter sich einen Ohrwurm einprägt, damit niemand seine Gedanken lesen kann. "The Stars My Destination", auf Deutsch "Tiger! Tiger!", folgt dem Matrosen Gully Foyle, den ein vorbeifliegendes Schiff nach einer Havarie nicht rettet und der dafür Rache nimmt, eine Umschrift des "Grafen von Monte Christo" mit typografischen Mitteln, die es in der Science-Fiction damals nicht gab. Für den ersten der beiden bekam Bester 1953 den ersten Hugo Award, der je vergeben wurde. Danach wurde es still. Bester schrieb Kolumnen und Rezensionen, gab ab 1967 die Zeitschrift Holiday mit heraus und verließ sie 1970 nach deren Verkauf. Erst 1974 erschien wieder ein Roman, "The Computer Connection", den er selbst für missraten hielt. Er starb am 30. September 1987 in Doylestown, Pennsylvania. 1988 erhielt er den Grand Master Award, 2001 wurde er in die Science Fiction Hall of Fame aufgenommen; seine beiden Romane aus den fünfziger Jahren liest man heute als Vorläufer des Cyberpunk.
- Geboren
- 18. Dezember 1913
- Gestorben
- 20. September 1987
- Nationalität
- Vereinigte Staaten