Amitav Ghosh
Für "The Calcutta Chromosome" (1996, deutsch "Das Calcutta Chromosom") erhielt Amitav Ghosh 1997 den Arthur C. Clarke Award. Die meisten seiner Bücher spielen in der Geschichte, vor allem an den Rändern des Indischen Ozeans; im Rückblick, sagte er in einem Interview, hätten ihn immer der Golf von Bengalen, das Arabische Meer, der Indische Ozean und die Verbindungen zwischen ihnen am meisten interessiert. Geboren am 11. Juli 1956 in Kalkutta, verbrachte er seine Kindheit in Bangladesch, Sri Lanka und Indien. An der Doon School in Dehradun schrieb er Erzählungen und Gedichte für die Schulzeitung, die damals Vikram Seth herausgab, und gründete mit Ram Guha die Zeitschrift History Times. Er studierte in Delhi und wurde in Oxford an der St Edmund Hall in Sozialanthropologie promoviert, mit einer 1982 eingereichten Arbeit über Verwandtschaft in einem ägyptischen Dorf. Er arbeitete für den Indian Express in Neu-Delhi und lehrte an einer Universität in Delhi. Sein erster Roman "The Circle of Reason" (1986, deutsch "Bengalisches Feuer oder Die Macht der Vernunft") gewann den Prix Médicis étranger, "The Shadow Lines" (1988, deutsch "Schattenlinien") den Preis der Sahitya Akademi. Für "The Glass Palace" (2000, deutsch "Der Glaspalast"), angesiedelt im kolonialen Birma, erforschte er mehrere Jahre die Geschichte Indiens und Birmas; vom Commonwealth Writers' Prize zog er den Roman zurück. Von 2004 an schrieb er die Ibis-Trilogie über die Vorgeschichte des Ersten Opiumkriegs in den 1830er Jahren, von China bis zum Indischen Ozean. "Sea of Poppies" (2008, deutsch "Das mohnrote Meer") stand auf der Shortlist des Booker Prize, es folgten "River of Smoke" (2011, deutsch "Der rauchblaue Fluss") und "Flood of Fire" (2015, deutsch "Die Flut des Feuers"). Die Geschichte des Opiums griff er 2023 im Sachbuch "Smoke and Ashes" (deutsch "Rauch und Asche") wieder auf. In "The Great Derangement" (2016, deutsch "Die große Verblendung") wirft er der modernen Literatur vor, sich dem Klimawandel nicht angemessen zu stellen; die westliche Literatur, so Ghosh, mache mit Ausnahme der Science-Fiction einen Bogen um ihn. Der Roman "Gun Island" (2019) erzählt von Klimawandel und Migration. "The Nutmeg's Curse" (2021, deutsch "Der Fluch der Muskatnuss") folgt der Muskatnuss von den Banda-Inseln in die Welt. 2018 erhielt er als erster auf Englisch schreibender indischer Autor den Jnanpith Award, 2024 für sein Schreiben über den Klimawandel den Erasmuspreis. Im August 2025 wurde er als zwölfter Autor für die Future Library ausgewählt; sein Manuskript bleibt bis 2114 in Oslo verschlossen.
- Geboren
- 1956-07-11
- Nationalität
- Indien