Angus Peter Allan

In einer Zeit, als das Fernsehen noch schwarz-weiß flimmerte und Kinder ihre Helden nur einmal pro Woche auf dem Bildschirm sahen, öffnete ein Mann aus Wimbledon die Türen zu unendlichen Abenteuern. Angus Peter Allan, geboren am 22. Juli 1936 in London, verstarb am 16. Juli 2007, doch seine Geschichten leben weiter – in den Heften, die ganze Generationen durch lange Schulpausen trugen. Der Weg zur Literatur Allans schriftstellerisches Erwachen begann bescheiden: als Büroangestellter bei Amalgamated Press arbeitete er zunächst an Publikationen wie "The Comet" und "Super Detective Library". Nach seinem Militärdienst bei den Gordon Highlanders wagte er den Sprung in die Selbständigkeit und wurde zu einem der produktivsten Geschichtenerzähler seiner Generation. Seine große Zeit kam in den 1960er Jahren mit TV Century 21, wo er Comic-Adaptionen zu Gerry Andersons Science-Fiction-Serien schrieb. Der Durchbruch gelang ihm schließlich als Chef-Skriptautor bei "Look-In", wo er zeitweise praktisch alle TV-Adaptionen verfasste – ein Pensum, das Kollegen ehrfürchtig als "Allan-Ära" bezeichneten. Die schöpferischen Quellen In einer Ära vor der Videotechnik, als Zuschauer ihre Lieblingssendungen nicht beliebig wiederholen konnten, erkannte Allan eine besondere Lücke: Kinder wollten mehr von ihren Fernsehhelden. Seine Inspiration schöpfte er aus dieser Sehnsucht nach Fortsetzung, aus dem Wunsch, Abenteuer über die 25-minütige Episode hinaus weiterleben zu lassen. Thunderbirds, The Six Million Dollar Man, Logan's Run – Allan verwandelte Bildschirmhelden in Comiclegenden und schuf dabei originelle Comic-Adaptionen zahlreicher TV-Serien. Die menschliche Seite Hinter dem produktiven Schreiber verbarg sich ein Handwerker, der das Tempo des Fernsehzeitalters verinnerlicht hatte. Allan schrieb nicht nur, er orchestrierte ganze Heftuniversen, balancierte zwischen Originalgeschichten und Adaptionen, zwischen Kindergeschmack und erwachsener Dramaturgie. Seine Geschichten trugen eine besondere Leichtigkeit – sie nahmen ihre jungen Leser ernst, ohne sie zu überfordern. Das lebendige Erbe Allans Vermächtnis lebt in einer Generation fort, die durch seine Comics ihre ersten literarischen Abenteuer erlebte. Seine Fähigkeit, komplexe TV-Welten in zugängliche Geschichten zu übersetzen, prägte das britische Comicwesen nachhaltig und beeinflusste spätere Magazine wie "2000 AD". Dass seine Kurzgeschichte "Der Mann im Nebel" Eingang in die deutsche Science-Fiction-Anthologie "Ruf der Sterne" fand, zeigt: Allan war mehr als ein Adaptierer – er war ein Geschichtenerzähler, der Welten baute, egal ob zwischen Sprechblasen oder Buchzeilen. "Die besten Geschichten", könnte er gesagt haben, "sind die, die nie wirklich enden."

Geboren
1936-06-22
Gestorben
2007-07-16
Nationalität
UK

Bücher