Bradley Denton
Am 3. Februar 1959, dem Tag, an dem Buddy Holly starb, wird Oliver Vale gezeugt. Genau dreißig Jahre später erscheint Holly auf jedem Fernsehschirm der Welt, erklärt, er werde auf dem Ganymed festgehalten, und nennt Vale als den, an den man sich um Hilfe wenden solle. Bradley Dentons komischer Science-Fiction-Roman „Buddy Holly Is Alive and Well on Ganymede“ (1991) gewann 1992 den John W. Campbell Memorial Award; Kirkus Reviews fand ihn unlogisch, urkomisch und am Ende doch einprägsam, Cory Doctorow nannte ihn „den großen amerikanischen komischen Science-Fiction-Roman“. 2009 stellte Denton das Buch unter eine Creative-Commons-Lizenz. Denton wurde 1958 in Towanda, Kansas, geboren und schloss an der University of Kansas mit einem Bachelor in Astronomie und einem Master in Englisch ab. Seine erste Erzählung, „The Music of the Spheres“, erschien im März 1984 in The Magazine of Fantasy & Science Fiction. „Wrack & Roll“ (1986), ein Roman, in dem in einem alternativen Jahr 1979 eine anglo-chinesische Allianz mit dem Atomkrieg droht und die Rockband Blunt Instrument die letzte Hoffnung sein könnte, war für den Campbell Award nominiert; Dave Langford fand in White Dwarf die Handlungskniffe wenig überzeugend, das Buch aber mitreißend, „sehr Norman Spinrad“. Die Novelle „The Calvin Coolidge Home for Dead Comedians“ (1988) handelt von einem Heim im Jenseits, in dem Komiker, die grob, obszön oder gotteslästerlich waren, bleiben müssen, bis sie für den Himmel taugen; sie stand 1989 in der Endauswahl des Hugo und des Nebula Award, die gleichnamige Sammlung erhielt 1995 den World Fantasy Award als beste Sammlung. Nominiert waren auch die Erzählung „The Territory“ (1992) für Hugo und Nebula und die schwarze Komödie „Blackburn“ (1993) über einen Serienmörder für den Bram Stoker Award; 1996 folgte der Fantasy-Roman „Lunatics“. „Sergeant Chip“ (2004) erzählt aus der Sicht eines Militärhunds, dem ein Mikrochip die Verständigung mit seinem Ausbilder erlaubt; die Novelle gewann 2005 den Theodore Sturgeon Memorial Award und war für den Hugo nominiert. „The Adakian Eagle“ (2011) aus der von George R. R. Martin und Gardner Dozois herausgegebenen Anthologie „Down These Strange Streets“ war für den Edgar Award nominiert, 2014 erschien die Sammlung „Sergeant Chip and Other Novellas“.