Brian Stableford
Brian Stableford veröffentlichte zahlreiche Romane, über 250 Kurzgeschichten und Hunderte Essays und Rezensionen, übersetzt in 14 Sprachen. Mehrfach wurde vermerkt, dass ihm diese Produktivität bei den Kritikern im Weg stand: Einige Romane galten als routiniert, und die anspruchsvolleren wurden darüber oft unterschätzt. Geboren 1948 in Shipley in Yorkshire, besuchte er die Manchester Grammar School und schloss 1969 an der University of York in Biologie ab; 1979 promovierte er dort mit einer Arbeit zur Soziologie der Science-Fiction. Bis 1988 lehrte er Soziologie an der University of Reading, danach dort Kreatives Schreiben. Zu schreiben begann er als Teenager: Seine erste Geschichte erschien 1965 in "Science Fantasy", gemeinsam mit dem Schulfreund Craig A. Mackintosh unter dem Pseudonym Brian Craig, gebildet aus beider Vornamen, das er später auch für eigene Arbeiten nutzte. Auf den ersten Roman 1969 folgte 1972 mit "The Halcyon Drift" (deutsch "Das Wrack im Halcyon") der Auftakt eines sechsbändigen Zyklus um den Raumpiloten Grainger und das Schiff Hooded Swan, in dem Stableford seine Biologiekenntnisse an der Ökologie fremder Planeten verarbeitete. Die schwache Aufnahme seiner Romane soll der Grund gewesen sein, dass er sich 1981 zurückzog und sich der Kritik, der Philologie und der Lexikografie zuwandte. 1982 erschien, mit Peter Nicholls und David Langford, "The Science in Science Fiction", 1985 "Scientific Romance in Britain 1890-1950" über das britische Vorläufergenre, ausgezeichnet mit dem Eaton Award, und die auf die Dissertation zurückgehende Abhandlung "The Sociology of Science Fiction". Es folgten historische Lexika zur Science-Fiction (2004) und zur Fantasy (2005); er schrieb Beiträge zu Nachschlagewerken, darunter zur letzten gedruckten Ausgabe der "Encyclopedia of Science Fiction". Ab dem Ende der 1980er Jahre schrieb er wieder Belletristik, vor allem die Erzählungen der Biotech Revolution über Gentechnik am Menschen. In "The Empire of Fear" (1988, deutsch "Das Reich der Angst") beherrschen in einer anderen Geschichte seit dem Mittelalter unsterbliche Vampire die Welt, erklärt nicht übernatürlich, sondern im Stil der Scientific Romance. Nach 2005 übersetzte er in großer Zahl den französischen roman scientifique, die Zeitgenossen und Vorläufer Jules Vernes, darunter Paul Féval, Maurice Renard und J.-H. Rosny aîné. 1999 erhielt er den Pilgrim Award für sein Lebenswerk, 2011 für die Übersetzungen einen Sonderpreis der Science Fiction & Fantasy Translation Awards. Stableford starb am 24. Februar 2024 in Swansea.
- Geboren
- 1948-07-25
- Gestorben
- 2024-02-24
- Nationalität
- Vereinigtes Königreich