Brian W. Aldiss

Der Film A.I. - Künstliche Intelligenz von 2001 geht auf eine Kurzgeschichte von Brian Aldiss zurück: Stanley Kubrick hatte aus Supertoys Last All Summer Long von 1969 eine seiner letzten Filmideen entwickelt, verwirklicht hat sie nach Kubricks Tod Steven Spielberg. Aldiss kam am 18. August 1925 in East Dereham in Norfolk zur Welt. Im Internat erzählte er nach eigener Darstellung den Mitschülern im Schlafsaal Geistergeschichten, um nicht verprügelt zu werden. 1943 trat er ins Royal Corps of Signals ein und erlebte den Krieg in Indien und Burma; bis 1947 blieb er Soldat, zuletzt auf Sumatra. Nach dem Krieg arbeitete er in Oxford als Buchhändler. Für eine Fachzeitschrift des Buchhandels schrieb er als Peter Pica kurze Stücke über den Alltag in einem erfundenen Laden. Sie fielen Charles Monteith auf, einem Lektor bei Faber & Faber, und erschienen 1955 als The Brightfount Diaries, ein Roman in Tagebuchform über einen Buchhändler. Als der Verlag nachfragte, ob er noch mehr habe, gestand Aldiss, Science-Fiction zu schreiben; 1957 erschien sein erster Erzählungsband. Sobald er damit so viel verdiente wie im Laden, gab er die Stelle auf. 1958 kam Non-Stop heraus, die Geschichte eines Generationenraumschiffs, dessen Bewohner nicht mehr wissen, wo sie sind; im Jahr darauf bekam er den Hugo Award als bester Nachwuchsautor, 1962 einen zweiten für die Hothouse-Erzählungen. Von 1957 bis 1970 betreute er den Literaturteil der Oxford Mail. Als Michael Moorcock 1964 die Zeitschrift New Worlds übernahm und auf die New Wave umstellte, machte er mit: In Cryptozoic ließ er die Zeit rückwärts laufen, Barefoot in the Head erzählt im Stakkato von einem Europa, über dem Bomben mit bewusstseinsverändernden Stoffen abgeworfen wurden. Die Leser reagierten zurückhaltend, und er wandte sich für einige Jahre ab. Zurück kam er 1973 mit Billion Year Spree, einer Geschichte des Genres, die nicht bei den Pulp-Magazinen anfängt, sondern bei Mary Shelleys Frankenstein. Zwischen 1981 und 1985 schrieb er die Helliconia-Trilogie, siebzehnhundert Seiten über einen Planeten in einem Doppelsternsystem, dessen Jahreszeiten Jahrhunderte dauern und dessen Kulturen mit ihnen kommen und gehen; James Lovelocks Gaia-Hypothese nannte er selbst als Einfluss. Von ihm stammt die Minisaga, eine Geschichte aus genau fünfzig Wörtern. 1999 ernannte ihn die Science Fiction Writers of America zum Grand Master, 2004 kam er in die Science Fiction Hall of Fame, 2005 wurde er Officer of the Order of the British Empire. Er starb am 19. August 2017 in Oxford, in der Nacht nach seinem zweiundneunzigsten Geburtstag.

Geboren
18. August 1925
Gestorben
19. August 2017
Nationalität
Vereinigtes Königreich

Bücher