C.L. Moore
Als Henry Kuttner 1936 an C. L. Moore schrieb, hielt er den Verfasser der Geschichten für einen Mann. Die Initialen sollten jedoch nicht ihr Geschlecht verbergen, sondern ihren Arbeitgebern bei der Fletcher Trust Company in Indianapolis, wo sie als Sekretärin arbeitete, das Schreiben im Nebenerwerb. Catherine Moore wurde am 24. Januar 1911 in Indianapolis geboren und las als Kind die Oz-Bücher, Edgar Rice Burroughs und Pulp-Magazine wie Weird Tales. Ein Englischstudium an der Indiana University musste sie in der Wirtschaftskrise aufgeben; als Studentin veröffentlichte sie in der Zeitschrift The Vagabond drei Erzählungen. Ihr erster Verkauf an ein Magazin, "Shambleau", erschien im November 1933 in Weird Tales und brachte ihr 100 Dollar. Nach Moores Darstellung entstand die Geschichte, als sie Maschinenschreiben übte und wie von ungefähr von einer roten, rennenden Gestalt zu schreiben begann, einer halb erinnerten Gedichtzeile. In "Shambleau" trat der Schmuggler Northwest Smith zuerst auf, 1934 in "Black God's Kiss" (deutsch "Der Kuss des schwarzen Gottes") die Kriegerin Jirel of Joiry, eine der ersten Heldinnen der Sword and Sorcery. H. P. Lovecraft begann von sich aus einen Briefwechsel mit ihr. 1937 ließen Moore und Kuttner in einer gemeinsamen Geschichte Moores beide Helden aufeinandertreffen; ein Lied, das Northwest Smith darin singt, gab Robert A. Heinleins Sammlung "Die grünen Hügel der Erde" den Titel. 1940 heirateten sie, und die Zusammenarbeit wurde so eng, dass sie selbst oft nicht mehr sagen konnten, wer was geschrieben hatte: Kuttner fand leichter einen Anfang, Moore ein Ende. Meist erschienen die Texte unter Pseudonymen, am häufigsten als Lewis Padgett, zusammengesetzt aus den Mädchennamen ihrer Mütter. "Mimsy Were the Borogoves" (1943, deutsch "Gar elump war der Pluckerwank") lag dem Film "The Last Mimzy" (2007) zugrunde und erhielt 2019 einen Retro Hugo, "Vintage Season" (1946, deutsch "Traubenlese") wurde als "Timescape" verfilmt. Allein schrieb sie die oft nachgedruckte Novelle "No Woman Born" (1944, deutsch "Keine Frau ward je geboren"). Nach Kuttners Tod 1958 veröffentlichte sie keine Erzählungen mehr. Sie unterrichtete bis 1961 an der University of Southern California und schrieb als Catherine Kuttner Folgen für Fernsehserien wie "Maverick"; 1963 zog sie sich vom Schreiben zurück. 1981 erhielt sie den World Fantasy Award und den Gandalf Grand Master Award für ihr Lebenswerk. Ihr Werk gilt als Einfluss auf Leigh Brackett und C. J. Cherryh, aber auch auf Jack Vance und Michael Moorcock. Sie starb am 4. April 1987 in Hollywood.
- Geboren
- 24. Januar 1911
- Gestorben
- 4. April 1987
- Nationalität
- Vereinigte Staaten