Carol Emshwiller
Carol Emshwiller schrieb Science-Fiction, und doch wurden ihre Geschichten wegen ihrer literarischen Qualität und ihres Umgangs mit den Konventionen des Genres als außerhalb der üblichen Science-Fiction wahrgenommen. Man rechnete sie der New Wave und der feministischen Science-Fiction zu, in Schreibweise und Themen sah man eher magischen Realismus. Ursula K. Le Guin nannte sie eine bedeutende Fabulistin, eine wunderbare magische Realistin und eine der stärksten, vielschichtigsten und am konsequentesten feministischen Stimmen der erzählenden Literatur. Geboren wurde sie am 12. April 1921 in Ann Arbor, Michigan, und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Frankreich. Sie studierte an der University of Michigan Musik und Kunst und lernte in einem Zeichenkurs Ed Emshwiller kennen, den sie 1949 heiratete. In Paris studierte sie an der École des Beaux-Arts, danach fuhren beide mit dem Motorrad quer durch Europa. Ihre erste phantastische Erzählung, "This Thing Called Love", erschien 1955 in Future Science Fiction, viele weitere in The Magazine of Fantasy and Science Fiction und in Damon Knights Orbit-Anthologien. Mehrfach verwandeln sich darin Tiere in Menschen und umgekehrt, so in "Carmen Dog" (1988), ihrem ersten und lange einzigen Roman: Der Setter Pooch übernimmt nach und nach Kind und Haushalt, während die Dame des Hauses zur Schnappschildkröte wird, und wird, da er Fürsorglichkeit und Verantwortungsbewusstsein annimmt, selbst zur Frau. Seit 1978 lehrte sie an der New York University, 1978 und 1979 beim Clarion Workshop, 1998 und 2000 bei Clarion West. Die Sommer verbrachte sie im kalifornischen Owens Valley, das sie oft zum Schauplatz ihrer Geschichten machte. 1990 starb Ed Emshwiller. In einem Essay beschrieb sie, was sein Tod für ihr Schreiben bedeutete: In "Ledoyt" (1995) und "Leaping Man Hill" (1999), zwei Romanen aus dem amerikanischen Westen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, entfernte sie sich von ihrem bisherigen Genre und Stil und gab die Distanz zu ihren Figuren auf. 1991 erhielt sie für die Sammlung "The Start of the End of It All" den World Fantasy Award, für die Erzählungen "Creature" und "I Live With You" je einen Nebula Award. 2002 erschienen der Roman "The Mount", der 2003 den Philip K. Dick Award gewann, und die Sammlung "Report to the Men's Club". 2005 folgte der World Fantasy Award für ihr Lebenswerk. 2009 stiftete sie ihre Manuskripte der Sammlung der Science Fiction and Fantasy Writers of America an der Northern Illinois University. Sie starb am 2. Februar 2019 in Durham, North Carolina.
- Geboren
- 12. April 1921
- Gestorben
- 2. Februar 2019
- Nationalität
- Vereinigte Staaten