Catherine Lacey
Ihren ersten Roman schrieb Catherine Lacey, während sie in 3B lebte, einem genossenschaftlich betriebenen Bed and Breakfast in Downtown Brooklyn, zu dessen Gründungsmitgliedern sie gehörte. Ein Stipendium der New York Foundation for the Arts gab ihr 2012 nach eigener Aussage die finanzielle Freiheit, „Nobody Is Ever Missing“ fertigzustellen. Lacey wurde am 9. April 1985 in Tupelo, Mississippi, geboren. Sie studierte Kunst an der Loyola University New Orleans und erwarb an der Columbia University einen Master of Fine Arts in Creative Nonfiction. Kurzgeschichten von ihr erschienen in The Atlantic, Vogue und der New York Times. „Nobody Is Ever Missing“ erschien 2014 bei Farrar, Straus and Giroux, auf Deutsch als „Niemand verschwindet einfach so“ bei Aufbau. Dwight Garner nannte ihre Prosa in der New York Times träumerisch und heftig zugleich, und der Roman stand 2015 in der Endauswahl des Young Lions Fiction Award. 2016 erhielt sie einen Whiting Award. Im Zentrum des zweiten Romans „The Answers“ (2017, „Das Girlfriend-Experiment“) steht ein skurriles Beziehungsexperiment. Gegenüber der Vogue sagte Lacey, sie könne für die Person, die „Nobody Is Ever Missing“ geschrieben habe, nicht mehr sprechen; der Text sei in etwa das, was von ihr übrig sei. Nach der Erzählsammlung „Certain American States“ (2018) und einem Guggenheim-Stipendium 2019 folgte 2020 „Pew“, nach Kirkus Reviews in einer ruhigen, auf unaussprechlicher Gewalt gebauten Stadt angesiedelt und eine Warnung ohne Moral. 2021 stand der Roman in der Endauswahl des Dylan Thomas Prize und gewann den Young Lions Fiction Award. „Biography of X“ (2023) gibt sich als Biografie der Musikerin und Künstlerin X aus, 2005 geschrieben von ihrer Witwe C. M. Lucca, und spielt in einer alternativen Geschichte, in der sich die Südstaaten 1945 abgespalten haben, nachdem sie eine Mauer zum übrigen Land gebaut hatten. Lacey hatte zunächst die Biografie einer lebenden Person schreiben wollen; auf den Rat einer ihrer Lehrkräfte erfand sie stattdessen eine, samt fiktiver Quellenangaben und Endnoten. Time zählte den Roman zu den 100 Büchern des Jahres 2023, die man lesen müsse; 2024 stand er in der Endauswahl des Dylan Thomas Prize und gewann den Lambda Literary Award. 2025 folgte „The Möbius Book“, eine Mischform aus Memoir und Novelle.