Curt Siodmak
Schon 1926, als er auch noch journalistisch arbeitete, hatte Curt Siodmak Kontakte zur Filmszene. Die Entstehung von Fritz Langs "Metropolis" interessierte ihn, und er wirkte darin als Statist mit. Geboren wurde er als Kurt Siodmak am 10. August 1902 in Dresden. Er studierte in Dresden, Berlin, Stuttgart und Zürich Physik und Mathematik und schrieb nebenbei, oft als Curt Baron, phantastische Romane wie "Helene droht zu platzen". 1928 wandte er sich ganz dem Film zu. "Menschen am Sonntag", der erste größere Erfolg seines älteren Bruders Robert, ging auf eine Idee von ihm zurück, und er steckte frühe Tantiemen seiner ersten Bücher in den Film. Sein Roman "F.P. 1 antwortet nicht" wurde 1932 mit Hans Albers und Peter Lorre verfilmt. Ein Jahr später verließ er nach einer Rede von Joseph Goebbels Deutschland. Die Schweiz nahm ihn nicht auf, in Frankreich fasste er nicht Fuß, in England schrieb er das Drehbuch zu "The Tunnel" nach Bernhard Kellermann; seinen Besitz in Deutschland hatten die Nationalsozialisten inzwischen beschlagnahmt. 1937 wanderte er in die USA aus. Bei Universal wurde er zum Spezialisten für Horror und Science-Fiction. Sein Drehbuch zu "The Wolf Man" (1941, deutsch "Der Wolfsmensch") mit Lon Chaney Jr. machte den Werwolf zum beliebtesten Filmmonster nach Dracula und Frankensteins Monster; Siodmak erfand dafür mehrere Werwolf-Legenden, etwa das Mal des Pentagramms und die Verwundbarkeit allein durch Silber. Bei "Son of Dracula" (1943) nach seinem Drehbuch führte sein Bruder Regie. Der Roman "Donovan's Brain" (1942, deutsch "Donovans Gehirn") wurde ein Bestseller, mehrfach verfilmt und von Orson Welles für den Rundfunk bearbeitet. In seinen Stoffen verband Siodmak die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse mit pseudowissenschaftlichen Motiven wie dem Jekyll-und-Hyde-Komplex, dem Trauma des Nationalsozialismus und dem Gegensatz von Ost und West. Inzwischen amerikanischer Staatsbürger, ließ er sich zum Geheimagenten ausbilden und verfasste Flugblätter gegen das nationalsozialistische Deutsche Reich. Nachdem Robert 1951 nach Europa zurückgekehrt war, führte Curt Siodmak selbst Regie, wie die Brüder es abgesprochen hatten; seinen letzten Film, "Ski Fever", drehte er 1966 in der Tschechoslowakei. Ab 1957 lebte er auf einer Farm in Three Rivers; in seinen letzten Jahrzehnten beschäftigte er sich vor allem mit Romanen, Musicals und seiner Autobiografie "Wolf Man's Maker" (deutsch "Unter Wolfsmenschen"). 1998 erhielt er auf der Berlinale die Berlinale Kamera. Er starb am 2. September 2000 in Three Rivers.
- Geboren
- 10. August 1902
- Gestorben
- 2. September 2000
- Nationalität
- Germany