Damien Broderick

In „The Judas Mandala“ (1982) kam nach der „Encyclopedia of Science Fiction“ zum ersten Mal in der Science-Fiction der Begriff virtuelle Realität vor. Damien Broderick, 1944 in Melbourne geboren, hatte da schon 1964 eine Geschichte in John Carnells Anthologie „New Writings in S-F 1“ veröffentlicht, 1965 den Erzählband „A Man Returned“ und 1970 den Roman „Sorcerer’s World“. „The Dreaming Dragons“ (1980, deutsch „Die träumenden Drachen“) gewann den Ditmar Award und wurde beim John W. Campbell Memorial Award Zweiter. Den Ditmar erhielten noch mehrere seiner Bücher, darunter mit einem Sonderpreis „Transmitters“, das keine Science-Fiction ist; den Aurealis Award gewann er unter anderem für „The White Abacus“ (1997) und „Transcension“ (2002). An der Deakin University promovierte er mit „Frozen Music“, einer Arbeit, die die Semiotik wissenschaftlicher, literarischer und science-fiktionaler Texte vergleicht. Als Futurologe schrieb er „The Spike“ (1997, überarbeitet 2001) über die technologische Singularität und „The Last Mortal Generation“ (1999) über ein radikal verlängertes, jugendliches Leben. Im November 2003 bewilligte ihm der Australia Council ein Stipendium für 2004 und 2005, um Romane über die Singularität zu schreiben. „Godplayers“ (2005), von Locus in die Liste empfehlenswerter Bücher aufgenommen, und „K-Machines“ (2006), 2007 mit dem Aurealis Award als bester Science-Fiction-Roman ausgezeichnet, bilden ein Diptychon. Von Mitte 2005 bis Dezember 2010 war Broderick der erste Science-Fiction-Redakteur des australischen Wissenschaftsmagazins Cosmos, das 2007 auch den Thriller „Post Mortal Syndrome“ online brachte, geschrieben mit seiner Frau Barbara Lamar. Sein Hörspiel „Schrödinger’s Dog“, 1995 erstmals gesendet, arbeitete er zu einer Erzählung um, die Gardner Dozois in seine Jahresauswahl „Year’s Best Science Fiction“ aufnahm. 2005 erhielt er den Distinguished Scholarship Award der International Association for the Fantastic in the Arts, 2010 auf dem Worldcon den A. Bertram Chandler Memorial Award. 2009 kehrte er zur Kurzgeschichte zurück, unter anderem mit fünf Erzählungen in Asimov’s; 2012 erschien mit Paul Di Filippo „Science Fiction: The 101 Best Novels, 1985-2010“. Broderick starb im April 2025, kurz vor seinem 81. Geburtstag. Rund 74 Bücher hatte er geschrieben oder herausgegeben.

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