David Gerrold
Wenige Tage nachdem er am 8. September 1966 die erste Folge von "Star Trek" gesehen hatte, schrieb der 22-jährige David Gerrold ein sechzigseitiges Exposé für eine Doppelfolge. Produzent Gene L. Coon lehnte ab, bat aber um weitere Ideen, und von fünf Vorschlägen nahm er nach anfänglicher Absage "The Fuzzies" an. Daraus wurde "The Trouble with Tribbles" (1967, deutsch "Kennen Sie Tribbles?"), sein erster Verkauf und eine der beliebtesten Folgen der Serie. Geboren am 24. Januar 1944 in Chicago, schloss er 1967 an der heutigen California State University in Northridge ein Studium der Theaterwissenschaft ab. In "The World of Star Trek" (1973) kritisierte er Elemente der Serie; viele seiner Vorschläge gingen 1987 in "The Next Generation" ein. Sein Drehbuch "Blood and Fire" wurde gekauft, aber nicht gedreht; er machte daraus den dritten Band seiner Star-Wolf-Reihe (2004) und eine Doppelfolge der Fanserie "Star Trek: New Voyages", bei der er Regie führte. 1996 spielte er in "Trials and Tribble-ations" von "Deep Space Nine" einen Sicherheitsmann. Mit Larry Niven schrieb er "The Flying Sorcerers" (1971, deutsch "Die fliegenden Zauberer"). "When HARLIE Was One" (1972, deutsch "Ich bin Harlie") über eine künstliche Intelligenz und ihre Schöpfer war für den Hugo und den Nebula nominiert und gehört zu den ersten Romanen, die ein Computervirus beschreiben; in "The Man Who Folded Himself" (1973, deutsch "Zeitmaschinen gehen anders") erbt ein Mann einen Zeitreisegürtel. Die Reihe "The War Against the Chtorr", begonnen mit "A Matter for Men" (1983, deutsch "Die biologische Invasion"), erzählt eine ökologische Invasion: Pflanzen und Tiere eines älteren Planeten verdrängen die irdischen. Daneben schrieb er für Fernsehserien, für "Land of the Lost", für die er das Volk der Sleestak erfand, für "The Twilight Zone", "Babylon 5" und "Sliders". 1999 beschrieb er in einem Zeitschriftenbeitrag ein Gerät, in dem Telefon, Kamera, Musikspieler und Rechner verschmelzen, sehr ähnlich dem späteren Smartphone. Die Erzählung "The Martian Child" (1994) erhielt 1995 den Hugo und den Nebula Award; 2002 erweiterte er sie zum halbautobiografischen Roman nach seinen eigenen Erfahrungen als alleinerziehender Adoptivvater. 2007 folgte die Verfilmung "Martian Child" (deutsch "Mein Kind vom Mars") mit John Cusack. Aus seiner Bewunderung für Robert A. Heinlein entstand ab 2000 die Reihe "The Dingilliad" über einen findigen Jugendlichen und seine Familie, die ein neues Leben beginnen wollen; 2022 erhielt er den Robert A. Heinlein Award. Zuletzt erschienen Kurzromane wie "Praxis" (2024).
- Geboren
- 24. Januar 1944
- Nationalität
- Vereinigte Staaten