Dietmar Dath
Einer von Dietmar Daths Romanen steht nicht unter seinem Namen: "Das versteckte Sternbild" erschien 2007 als Buch von David Dalek. So heißt auch einer seiner Protagonisten, und so hat Dath seit 1990 einen Teil seiner Artikel gezeichnet, neben Dagmar Dath und Dieter Draht. Geboren am 3. April 1970 in Rheinfelden, wuchs er im südbadischen Schopfheim auf und machte das Abitur am Freiburger Rotteck-Gymnasium. Nach dem Zivildienst begann er in Freiburg ein Studium der Physik und der Literaturwissenschaft. Von 1998 bis 2000 war er Chefredakteur der Zeitschrift Spex, von 2001 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dort von 2011 bis 2026 erneut Redakteur, zuständig für Film. Er übersetzte Bücher von Joe R. Lansdale, Kodwo Eshun und Buddy Giovinazzo. Auf die Frage nach seiner Poetik antwortete Dath, er schreibe Texte, die nicht davon handelten, wie es ist, sondern davon, wie es sein sollte, wie es hoffentlich nicht sein wird oder wie es ganz neutral sein könnte, und das seien nun einmal spekulative oder phantastische Texte; den Roman selbst nennt er eine Allesfresserform. Seine ersten Bücher erschienen Mitte der neunziger Jahre in Independent-Verlagen, seit 2005 einige bei Suhrkamp. "Für immer in Honig" kam 2005 heraus, in der ersten Fassung 971 Seiten stark; 2009 stellte litradio.net eine Komplettlesung in 35 Teilen ins Netz, die Dath und Andreas Platthaus im Frankfurter Literaturhaus gegeben hatten. "Die Abschaffung der Arten" stand 2008 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, bekam 2009 den Kurd-Laßwitz-Preis, wurde am 8. November 2009 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt und 2011 vom Bayerischen Rundfunk als Hörspiel eingerichtet, in der Regie von Ulrich Lampen und mit Musik von Mouse on Mars. Es folgten "Pulsarnacht" 2012, das ihm den zweiten Kurd-Laßwitz-Preis eintrug, "Feldeváye" 2014, "Venus siegt" 2015, "Neptunation" 2019 und 2025 "Skyrmionen. Oder: A Fucking Army" mit 966 Seiten. Daths marxistische Position steht in den Büchern, und zwar ausdrücklich: In "Für immer in Honig" nimmt er Lenins Schrift "Was tun?" auf, und in "Der Implex", geschrieben mit Barbara Kirchner, vertritt er die These, dass gesellschaftlicher Fortschritt von der Beseitigung von Herrschaft abhängt. Daneben steht Autobiografisches: Seine Figuren heißen alliterierend wie er, stammen aus badischen Kleinstädten und arbeiten in Redaktionen. 2020 bekam Dath den Siegfried-Kracauer-Preis für die beste Filmkritik des Jahres, für seinen Text über "Terminator: Dark Fate", 2026 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik; er lebt in Freiburg.
- Geboren
- 3. April 1970
- Nationalität
- Deutschland