E.T.A. Hoffmann
E. T. A. Hoffmann fühlte sich zum Komponisten berufen und wagte sich erst spät an die Schriftstellerei; von Beruf war er preußischer Jurist. Geboren am 24. Januar 1776 in Königsberg, wuchs er nach der Trennung der Eltern bei der Familie der Mutter auf und begann 1792, der Familientradition folgend, dort das Studium der Rechte. In Posen tauchten beim Karneval 1802 Karikaturen hoher Offiziere auf; die Obrigkeit hielt Hoffmann für den Zeichner und versetzte ihn, zugleich befördert, ins kleine Plock. In Warschau gründete er die Musikalische Gesellschaft mit, und der Jurist Julius Eduard Hitzig, später sein Biograf, gab ihm die Werke von Novalis, Tieck und Brentano. Als französische Truppen im November 1806 Warschau besetzten, verloren die preußischen Beamten ihre Stellen, und Hoffmann beschloss, Künstler zu werden. 1808 ging er an das Theater in Bamberg und verlor seine Stelle durch Intrigen; ab 1810 arbeitete er dort als Dramaturg und Dekorationsmaler. In der Leipziger Allgemeinen musikalischen Zeitung erschien 1809 seine Erzählung "Ritter Gluck", und für dasselbe Blatt schrieb er Musikkritiken; seine Besprechungen Beethovens schätzte der Komponist selbst. In diesen Spalten trat zum ersten Mal der Kapellmeister Johannes Kreisler auf, sein literarisches Alter Ego. 1814 kehrte er an das Berliner Kammergericht zurück, 1816 wurde er Kammergerichtsrat. Erfolg hatte er mit den "Fantasiestücken in Callots Manier" und dem Märchen "Der goldne Topf"; mit dem Roman "Die Elixiere des Teufels" und den "Nachtstücken" gelang ihm das nicht noch einmal. Zu seinen Vorbildern zählte der englische Schauerroman, etwa "The Monk" von Matthew Gregory Lewis. Als Mitglied der Immediat-Untersuchungskommission bearbeitete er unter anderem den Fall des Turnvaters Jahn. In "Meister Floh" (1822) verspottete er den Ministerialdirektor Karl Albert von Kamptz; das Manuskript wurde beschlagnahmt, das Buch erschien zensiert, die gestrichenen Stellen erst 1908. Seine letzten Texte, darunter "Des Vetters Eckfenster", diktierte er. Er starb am 25. Juni 1822 in Berlin. Seine Erzählungen wirkten auf Poe, Gogol, Dostojewski und Kafka, "Das Fräulein von Scuderi" gilt manchen als erste Detektivgeschichte, und Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" wie Tschaikowskis "Der Nußknacker" gehen auf ihn zurück. Der Historiker Martin Willis hält seinen Einfluss auf die Science-Fiction für übersehen: "Der Sandmann" und "Die Automate" zeigen sein Interesse an der Maschinenkultur seiner Zeit.
- Geboren
- 24. Januar 1776
- Gestorben
- 25. Juni 1822