Edgar Pangborn
"Angel's Egg" erschien 1951 in Galaxy: Ein gütiger Biologe erzählt von winzigen geflügelten Wesen, die auf die Erde kommen, um den Menschen zu helfen. Die Geschichte wurde in sechs Sprachen übersetzt und mehr als zwanzigmal nachgedruckt, und mit ihr begann Edgar Pangborns ernsthafte Arbeit. Er kam am 25. Februar 1909 in New York in einer schreibenden Familie zur Welt: Die Mutter, Georgia Wood Pangborn, veröffentlichte Gespenstergeschichten, der Vater, Harry Levi Pangborn, arbeitete am Webster-Wörterbuch mit. 1924 begann er mit fünfzehn ein Musikstudium in Harvard, das er 1926 ohne Abschluss verließ, ebenso später das New England Conservatory of Music; beim Abgang sagte er sich öffentlich von der Musik los. Sein erster Roman, "A-100: A Mystery Story", erschien 1930 unter dem Pseudonym Bruce Harrison. Zwanzig Jahre lang schrieb er für Detektiv- und Mystery-Hefte, was er selbst literarische Brotarbeit nannte. Von 1939 bis 1942 war er Farmer in Maine, von 1942 bis 1945 diente er im Sanitätskorps der US Army im Pazifik. In den 1950er Jahren folgten Geschichten unter eigenem Namen in Galaxy, The Magazine of Fantasy & Science Fiction und Ellery Queen's Mystery Magazine. Sie trugen zu einer neuen, humanistischen Schule der Science-Fiction bei; Ursula K. Le Guin schrieb Pangborn und Theodore Sturgeon zu, sie überzeugt zu haben, dass sich in Science-Fiction und Fantasy wertvolle, menschlich bewegende Geschichten schreiben lassen. Für seinen zweiten Science-Fiction-Roman nach "West of the Sun" (1953, deutsch "Westlich der Sonne"), "A Mirror for Observers" (1954, deutsch "Der Beobachter", später "Der Spiegel des Beobachters"), erhielt er den International Fantasy Award: Ein marsianischer Beobachter streitet darin mit einem anderen Marsianer um einen begabten jungen Mann. Sein bekanntestes Buch, der für den Hugo nominierte "Davy" (1964), ist ein Schelmen- und Bildungsroman in einer repressiven Zukunft nach der Apokalypse, dem Schauplatz der meisten seiner Erzählungen und seines letzten Romans, "The Company of Glory" (deutsch "Ein glorreicher Haufen"). In "Davy" wie in "A Mirror for Observers" spielt Musik eine tragende Rolle. Pangborn schrieb bis zu seinem Tod am 1. Februar 1976 in Bearsville, New York. 2003 fand man auf dem Dachboden des Hauses in Bearsville, in dem er starb, Streichquartette und Sonaten aus seiner Zeit am Konservatorium; im selben Jahr erhielt er postum den Cordwainer Smith Rediscovery Award, und seine Schwester Mary vermachte Peter S. Beagle das Anwesen samt allen literarischen Werken. 2018 war er Ghost of Honor der Worldcon in San Jose.
- Geboren
- 25. Februar 1909
- Gestorben
- 1. Februar 1976
- Nationalität
- Vereinigte Staaten