Edmond Hamilton

In Europa wurde Captain Future vor allem durch das Fernsehen bekannt: Die japanische Anime-Serie von 1978 lief seit Anfang der 1980er Jahre auch im ZDF und brachte Edmond Hamilton in Frankreich, Italien und Deutschland ein neues Publikum, ein halbes Jahrhundert nach dem, das ihn zuerst gefeiert hatte. Hamilton kam am 21. Oktober 1904 in Youngstown, Ohio, zur Welt; 1911 zog die Familie nach New Castle, Pennsylvania. Mit 14 begann er am Westminster College in New Wilmington ein Physikstudium, mit 17 brach er es ab. Danach arbeitete er bei der Pennsylvania Railroad, und als er die Stelle 1924 verlor, beschloss er, Schriftsteller zu werden. Seine erste Geschichte, „The Monster-God of Mamurth“, erschien im August 1926 in Weird Tales; bis 1948 druckte das Magazin 79 Erzählungen von ihm, und zeitweise kamen in einem Monat vier oder fünf Geschichten von ihm heraus. Mit E. E. Smith gilt er als Begründer der Space Opera; die Weltuntergangsgefahren, die seine Helden abwendeten, trugen ihm den Beinamen „World Wrecker“ ein. Eine seiner Erzählungen gewann den ersten Jules Verne Prize, über den Fans abstimmten. Auf der ersten Worldcon in New York entstand 1939 die Idee einer Magazinreihe, deren Ausgaben je einen Roman um einen festen Helden bringen sollten; Hamilton bekam den Auftrag. So entstand Captain Future, dessen Romane er bis auf drei alle selbst schrieb. Auf Deutsch brachte Pabel vierzehn der Geschichten als „Captain Zukunft“ heraus, Bastei Lübbe von 1981 bis 1984 fünfzehn Romane als Taschenbücher. Für DC Comics schrieb er bis 1966 Geschichten um Superman und Batman und schuf 1956 mit dem Zeichner Sheldon Moldoff die Figur Batwoman. Ende 1946 heiratete er die Science-Fiction- und Drehbuchautorin Leigh Brackett. Ein Vierteljahrhundert arbeiteten beide Seite an Seite, ihre einzige offizielle Gemeinschaftsarbeit aber, „Stark and the Star Kings“, gedacht für Harlan Ellisons „The Last Dangerous Visions“, erschien erst 2005. „The Star Kings“ (1947, deutsch „Die Sternenkönige“) erschien zuerst in Amazing Stories; in späteren Erzählungen wie „What's It Like Out There?“ (1952), seinem am häufigsten nachgedruckten Werk, ließ er das Romantische seiner frühen Arbeiten hinter sich. Sam Moskowitz nannte ihn „einen der meist unterschätzten (aber nicht ungeschätzten) SF-Autoren“; einen Grund sah er darin, dass Hamilton Ende der 1940er Jahre, als Asimov und Heinlein sich einen Ruf erschrieben, mit Captain-Future-Romanen beschäftigt war. Er starb am 1. Februar 1977 in Lancaster, Kalifornien; nach seinem Tod wurde der Edmond Hamilton Memorial Award gestiftet.

Geboren
21. Oktober 1904
Gestorben
1. Februar 1977
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher