Eleanor Arnason
In ihren Hwarhath-Geschichten wollte Eleanor Arnason nach eigenen Worten eine Gesellschaft entwerfen, in der gleichgeschlechtliche Liebe als normal und heterosexuelle als abweichend gilt, gewissermaßen als Gedankenexperiment und weil heutige Amerikaner sehr starre Vorstellungen davon hätten, was normal sei. Sie verhandeln auch Geschlechterrollen und reproduktive Rechte; der Roman "Ring of Swords" (1993) erzählt vom Aufbau des Friedens nach einem langen Krieg. Arnason, geboren am 28. Dezember 1942, lebte von 1949 bis 1960 mit ihrer Familie im "Idea House 2", einem futuristischen Wohnhaus neben dem Walker Art Center in Minneapolis. Das Aufwachsen unter avantgardistischen Künstlern in einem Haus der Zukunft habe, sagte sie, zu ihrer Beschäftigung mit der Zukunft und damit mit der Science-Fiction beigetragen. 1964 schloss sie am Swarthmore College in Kunstgeschichte ab. Nach dem Graduiertenstudium an der University of Minnesota bis 1967 arbeitete sie die folgenden sieben Jahre als Büroangestellte in Brooklyn und Detroit; die Zeit in diesen Arbeitervierteln mit gemischter Bevölkerung trug zu ihrem Verständnis von Klassenbewusstsein, Konflikt und Revolution bei, das sich in ihren Werken wiederfindet. Ihre erste veröffentlichte Erzählung, "A Clear Day in the Motor City", erschien 1973 in "New Worlds", 1978 der Roman "The Sword Smith". Ihr Werk zeigt oft kulturellen Wandel und Konflikt, meist aus der Sicht von Figuren, die nach den Regeln ihrer Gesellschaft nicht leben können oder wollen; diese anthropologische Ausrichtung trug ihr häufig den Vergleich mit Ursula K. Le Guin ein. 1991 erhielt sie den ersten James Tiptree Jr. Award, 1992 für "A Woman of the Iron People" den Mythopoeic Award. Die Teilnahme am Marsch auf Washington 1963 hinterließ einen tiefen Eindruck, der sich in "Big Brown Mama and Brer Rabbit" (2013) niederschlug, einer Geschichte, in der Brer Rabbit zu einem afroamerikanischen Mann wird. Oft wählte sie Figuren unterschiedlicher Herkunft, etwa eine Heldin chinesischer Abstammung in "A Woman of the Iron People" und eine hispanische Heldin in "Ring of Swords"; in den Geschichten um Lydia Duluth hat die große Mehrheit der Menschen dunkle Haut als besten Schutz vor der Strahlung vieler Sterne. Seit 1994 schreibt sie statt Romanen vor allem Kurzgeschichten. 2000 gewann sie für "Dapple" den Gaylactic Spectrum Award und für die Novelette "Stellar Harvest" den HOMer Award; 2003 war sie mit "Potter of Bones" und "Knapsack Poems" zweimal für den Nebula nominiert. 2020 erschien mit "Tunnels" eine weitere Geschichte um Lydia Duluth.
- Geboren
- 1942-12-28
- Nationalität
- Vereinigte Staaten