Emma Braslavsky

Der Spielfilm "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader (2021) geht auf Emma Braslavsky zurück. Ihre gleichnamige Erzählung, 2019 in der Anthologie "2029. Geschichten von morgen" erschienen, lieferte die literarische und die Drehbuchvorlage. Geboren wurde sie als Kathrin Emma Magerl am 2. Juni 1971 in Erfurt. Den größten Teil ihrer Jugend verbrachte sie auf der Bühne des Erfurter Ti(c)k-Jugendtheaters, unter anderem als Martha in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen", Co-Regie führte Renate Lichnok. Über ihre Jugend sagte sie: "Drei Tatsachen haben mich davor bewahrt, an Klebstofftuben zu schnüffeln: das Theater, die großartige Lichnok und Goethes Faust." Im Frühsommer 1989 floh sie aus der DDR. Nach Stationen in München, Rom und Paris studierte sie ab 1993 in Berlin Fremdsprachliche Philologien und Südostasienwissenschaften, machte 1994 ein Lektoratspraktikum bei Tor Books in New York, studierte ein Semester in Moskau, ging 1997 mit einem DAAD-Forschungsstipendium nach Ho-Chi-Minh-Stadt und schloss 1999 an der Humboldt-Universität mit dem Magister ab. Von 2003 bis 2008 leitete sie mit dem Künstler Noam Braslavsky den Berliner Kunstverein Galerie der Künste und entwickelte interdisziplinäre Ausstellungen wie "I House You". Ihr Debütroman "Aus dem Sinn" (2007) erhielt den Franz-Tumler-Literaturpreis und den Uwe-Johnson-Förderpreis. Denis Scheck nannte ihn "ein großes, auch gelungenes Formexperiment", das Bücher-Magazin fand ihn überfrachtet. Maike Albath sah in ihr eine "Vertreterin eines neuen Realismus". Seit 2010 schreibt und produziert sie mit dem Musiker Alexander Magerl die Hörcomic-Serie "Agent Zukunft". "Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten" (2019) ist eine Art Kriminalroman und zugleich ein dystopisches Porträt Berlins im fiktiven Jahr 2060, in dem Produkte der Neurorobotik und der künstlichen Intelligenz zum Großstadtalltag gehören. Eine Nebenfigur greift die künstliche Intelligenz Tom aus "Ich bin dein Mensch" wieder auf. Der Roman war 2020 für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert, die Hörspielfassung des Bayerischen Rundfunks erhielt den Preis. 2023 erschien bei Suhrkamp der Roman "Erdling", für den sie 2021 das Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach bekommen hatte; 2025 erhielt sie den Thüringer Literaturpreis.

Nationalität
Deutschland

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