Fanny Morweiser

Eigentlich wollte Fanny Morweiser Bücher illustrieren und studierte dafür an der Freien Kunstakademie Mannheim Zeichnen, Malen und Bildhauerei. Als sie einem Verlag einige Zeichnungen schickte und den Text des noch zu schreibenden Buches beilegte, kamen die Zeichnungen weniger gut an, der Text aber gefiel: Aus ihm wurde ihr erster Roman, "Lalu lalula, arme kleine Ophelia. Eine unheimliche Liebesgeschichte", der im Herbst 1971 im Diogenes Verlag in Zürich erschien. Das Buch erregte in der deutschsprachigen Presse viel Aufmerksamkeit, und der Spiegel stellte die am 11. März 1940 in Ludwigshafen am Rhein als Fanny Plötz geborene Autorin in einem größeren Beitrag vor. In den folgenden Jahrzehnten schrieb Morweiser weitere Romane und Erzählungen, zusammen dreizehn Bände, darunter "Indianer-Leo und andere Geschichten aus dem Wilden Westdeutschland", "Die Kürbisdame", "Das Medium", "Der Taxitänzer" und "Un joli garçon", über dessen Entstehung sie 2007 in "Mannheim 400" schrieb. Zwei ihrer Erzählungen wurden fürs Fernsehen verfilmt: "Das Frettchen" 1980 vom Bayerischen Rundfunk, "Das Königsstechen" 1986 vom ZDF nach einem Drehbuch von Thomas Strittmatter. Auch außerhalb des deutschen Sprachraums wurde sie veröffentlicht: ihre ersten beiden Romane Mitte der 1970er Jahre auf Polnisch, einige Geschichten aus dem Band "Der Taxitänzer" in Jahrbüchern in den USA und in Kanada. Auf Englisch erschienen etwa 1999 "The Taxi Dancer" in der Antigonish Review und 2001 "Fervent Red" in der New Orleans Review. 2002 übertrug ihr die Stiftung zur Förderung der Literatur in der Pfalz für zwei Jahre das Amt der Deidesheimer Turmschreiberin; 2004 folgte die Erzählung "Deidesheimer Elegie oder Wie man keinen Krimi schreibt". Neben dem Schreiben arbeitete Morweiser als bildende Künstlerin in Mosbach, wo sie im August 2014 starb.

Geboren
11. März 1940
Nationalität
Deutschland

Bücher