Frank M. Robinson
Sechzehn Bücher schrieb Frank M. Robinson, drei seiner Romane wurden verfilmt. Sein erster Roman, „The Power“, erschien im März 1956 in der Zeitschrift Blue Book und im Mai bei J. B. Lippincott als Buch: Ein Forscher namens Tanner stößt unter seinen Kollegen auf Hinweise auf einen Menschen mit übersinnlichen Kräften. Byron Haskin verfilmte ihn 1968; auf Deutsch hieß er 1959 bei Pabel „Die gnadenlose Macht“, 1982 bei Ullstein „Die lautlose Macht“. Geboren am 9. August 1926 in Chicago, wurde Robinson nach der Schule und verschiedenen Bürojobs zur Navy eingezogen und diente bis nach Kriegsende als Radartechniker. Danach studierte er Physik am Beloit College, Abschluss 1950. Weil er keine Stelle fand, in der er vom Schreiben leben konnte, ging er zurück zur Navy und kam in den Koreakrieg; dort schrieb er weiter und veröffentlichte in Astounding. Nach einem Master in Journalismus 1955 an der Northwestern University arbeitete er für Science Digest, die Männermagazine Rogue und Cavalier und ab 1969 für den Playboy, wo er die Ratgeberkolumne übernahm; 1973 ging er, um nur noch zu schreiben. Mit Thomas N. Scortia schrieb er Thriller. „The Glass Inferno“ (1974, deutsch „Inferno“, Herbig 1975) war neben Richard Martin Sterns „The Tower“ die Vorlage für den Film „Flammendes Inferno“; „The Gold Crew“ (1980) kam als „The Fifth Missile“ ins Fernsehen. Allein schrieb er „The Dark Beyond the Stars“ (1991), auf Deutsch 1999 bei Heyne als „Die Dunkelheit jenseits der Sterne“: Auf einem 2000 Jahre alten Generationenschiff, das nach außerirdischem Leben sucht, führt der 17-jährige Techniker Sparrow eine Meuterei gegen den Kapitän an. Der Roman erhielt 1992 den Lambda Literary Award. Zu seinen späteren Romanen gehören „Waiting“ (1999) und „The Donor“ (2004), ein Medizinthriller um Organraub. In den 1970er Jahren zog Robinson nach San Francisco und schrieb dort Reden für Harvey Milk; im Film „Milk“ (2008) hatte er einen kleinen Auftritt. Ebenfalls in den 1970er Jahren begann er, die Pulp-Magazine zu sammeln, mit denen er aufgewachsen war; daraus entstand mit Lawrence Davidson „Pulp Culture: The Art of Fiction Magazines“ (1998). Für „Science Fiction of the 20th Century“ erhielt er 2000 den Hugo Award. Robinson starb am 30. Juni 2014 in San Francisco; 2017 erschienen postum seine Erinnerungen „Not So Good a Gay Man“.