Gardner Dozois

Ans Lesen kam Gardner Dozois nach eigener Aussage auch, um der Provinzialität seiner Heimatstadt zu entkommen: Salem, Massachusetts, wo er 1947 geboren wurde und 1965 die Highschool abschloss. Von 1966 bis 1969 diente er in der Armee als Journalist, zeitweise in Deutschland, danach ging er nach New York, um als Redakteur in der Science-Fiction zu arbeiten. 1970 erschienen drei seiner Erzählungen in Damon Knights Anthologiereihe Orbit. Als Autor arbeitete er vor allem in kurzen Formen: Den Nebula Award für die beste Kurzgeschichte gewann er 1983 mit „The Peacemaker“ und 1984 mit „Morning Child“ (deutsch „Morgenkind“). Sein einziger Soloroman, „Strangers“ (1978), erschien 1981 bei Moewig als „Fremde“; dazu kamen „Nightmare Blue“ mit George Alec Effinger und „Hunter's Run“ (2008) mit George R. R. Martin und Daniel Abraham, 2017 bei Penhaligon als „Planetenjäger“. Bekannt war Dozois vor allem als Herausgeber: In den 1970er Jahren arbeitete er für Magazine wie Galaxy, If und Worlds of Tomorrow, 1976 wurde er der erste Associate Editor von Asimov's Science Fiction, das er später bis 2004 leitete. Ab 1988 erhielt er fünfzehnmal den Hugo Award als bester professioneller Herausgeber; George R. R. Martin nannte ihn den wichtigsten und einflussreichsten Herausgeber der Science-Fiction seit John W. Campbell. 1984 gründete er die Reihe „The Year's Best Science Fiction“, die er auch nach dem Abschied von Asimov's weiterführte; die von ihm für die Jahresbände ausgewählten Geschichten hatten bis Dezember 2015 zusammen 44 Hugo- und 41 Nebula-Preise gewonnen. Mit Jack Dann gab er Themenanthologien mit selbsterklärenden Titeln wie „Hackers“ und „Clones“ heraus, mit Jonathan Strahan „The New Space Opera“ (2007), mit George R. R. Martin unter anderem „Dangerous Women“ (2013), das 2015 bei Blanvalet als „Königin im Exil“ erschien. Abenteuer-Science-Fiction und Space Opera nannte er „center-core SF“. Seit er Asimov's leitete, schrieb er kaum noch eigene Prosa; die Novelette „Counterfactual“ von 2006 gewann den Sidewise Award für alternative Geschichte. Michael Swanwick befragte ihn zu jedem veröffentlichten Stück seiner Prosa, „Being Gardner Dozois“ (Old Earth Books, 2001) gewann den Locus Award für Sachliteratur. 2011 kam Dozois in die Science Fiction Hall of Fame. Er starb 2018; zwei Jahre später erschien „City Under the Stars“, ein Roman mit Swanwick.

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