Gaston Leroux
In einer Anthologie, die Peter Haining 1980 herausgab, steht unter dem Namen Gaston Leroux die Geschichte "The Waxwork Museum". Sie ist nicht von ihm, sondern eine wörtliche Abschrift von André de Lordes "Figures de cire", und die Verwechslung hat ihm zuweilen sogar die Vorlagen zu Filmen wie "House of Wax" (1953) zugeschrieben. Geboren wurde er am 6. Mai 1868 in Paris, zur Schule ging er in der Normandie. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft, das er 1889 abschloss, arbeitete er einige Zeit als Jurist, erbte Millionen Francs und lebte so ausschweifend, dass er beinahe bankrott war. Für L'Écho de Paris schrieb er Theaterkritiken und Gerichtsberichte, als Auslandskorrespondent von Le Matin wurde er mit sensationellen Reportagen berühmt. Er berichtete über den Russisch-Japanischen Krieg, die Russische Revolution von 1905 und die Unruhen in Marokko. 1907 gab er den Journalismus auf, nachdem man ihn nach der Rückkehr von einem Vulkanausbruch ohne Urlaub gleich zum nächsten Auftrag geschickt hatte, und schrieb fortan Romane. Den Anfang der Reihe um den jungen Reporter Joseph Rouletabille machte "Le mystère de la chambre jaune" (deutsch "Das Geheimnis des gelben Zimmers"), ein Klassiker der französischen Kriminalliteratur um ein Verbrechen im verschlossenen Raum; sechs weitere Bücher folgten. Sein Beitrag zur französischen Detektivliteratur gilt als Gegenstück zu dem Conan Doyles in Großbritannien und Poes in den USA. Zu "Le fantôme de l'Opéra" (1910, deutsch "Das Phantom der Oper") regte ihn eine Besichtigung der Gewölbe unter der Pariser Oper an. Der Roman erschien zuerst in Fortsetzungen, 1910 als Buch. Der große Erfolg begann erst mit der Hollywood-Verfilmung von 1925 mit Lon Chaney und hält vor allem durch Andrew Lloyd Webbers Musical von 1986 an. 1909 war er Ritter der Ehrenlegion geworden. Daneben schrieb er immer wieder Stücke für die Bühne, und als seine Werke in Frankreich verfilmt wurden, begann er sich für die Filmindustrie zu interessieren. 1916 entstand sein erstes Drehbuch, für einen Film seines Nachbarn René Navarre, mit dem er auch eine eigene Filmgesellschaft gründete; 1922 verließ er sie nach Meinungsverschiedenheiten. Er schrieb Romane bis zu seinem Tod am 15. April 1927 in Nizza; drei davon vollendeten andere nach seinen Notizen.
- Geboren
- 6. Mai 1868
- Gestorben
- 15. April 1927
- Nationalität
- Frankreich