Gert Heidenreich
1970 gründete Gert Heidenreich mit weiteren Künstlern in München das Theater in der Kreide, und im gerade entstandenen Radioprogramm Bayern 3 brachte er die Sendung Pop Sunday auf den Weg, mit junger Literatur und der damals avantgardistischen Rockmusik. Seit 1966 hatte er als Journalist beim Bayerischen Rundfunk gearbeitet, seit 1969 als freier Schriftsteller und Sprecher. Geboren wurde er am 30. März 1944 in Eberswalde. Nach dem Abitur 1962 am humanistischen Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Germanistik, Soziologie, Philosophie und Theaterwissenschaft. Er schrieb für Die Zeit und Reportagen für das Reisemagazin Merian, reiste in die Sahara und im Auftrag des Goethe-Instituts nach Indien, Afrika, Japan und Zentralasien, und er übersetzte aus der amerikanischen, britischen und kasachischen Literatur. Unter dem Titel "Strafmündig" stehen in der Werkliste ein Theaterstück, 1981 in Braunschweig uraufgeführt, und ein Fernsehfilm von Radio Bremen aus dem Jahr 1985; dafür erhielt er 1985 den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und 1986 mit Roland Gall und Robert Düssler den Adolf-Grimme-Preis mit Bronze. Für den Roman "Belial oder die Stille" (1990) bekam er den Förderpreis Literatur der Landeshauptstadt München, für "Die Nacht der Händler" (1995) den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. 1998 folgten der Roman "Abschied von Newton" und der Marieluise-Fleißer-Preis. Von 1991 bis 1995 war Heidenreich Präsident des westdeutschen P.E.N.-Clubs. Seit 2004 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, von 2011 bis 2015 war er dort Direktor der Abteilung Literatur. Als Sprecher las er Ecos "Der Name der Rose" und mit Joachim Höppner die Komplettlesung von Tolkiens "Der Herr der Ringe", sprach Fernsehdokumentationen wie "Leschs Kosmos" und erhielt 2019 den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret. Mit Edgar Reitz schrieb er das Drehbuch zu "Die andere Heimat", für das beide 2014 den Deutschen Filmpreis in Gold erhielten, mit Daniel Harrich unter anderem "Meister des Todes" für die ARD, 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Von 2007 bis 2014 erschienen vier Romane um Swoboda. Als jüngste Arbeiten nennt die Werkliste das Langgedicht "Das Meer. Atlantischer Gesang" (2023) und ein Drehbuch von 2025 für Edgar Reitz.
- Geboren
- 30. März 1944
- Nationalität
- Deutschland