Giacomo Sartori
In Italien fand "Sono Dio" (2016) trotz guter Besprechungen wenig Beachtung. Als der Roman 2019 in der Übersetzung von Frederika Randall als "I Am God" auf Englisch erschien, berichteten unter anderem die New York Times und The New Republic darüber, die Financial Times zählte ihn zu den Büchern des Jahres, und er erhielt den Foreword INDIES Book of the Year Award sowie den Italian Prose in Translation Award; italienische Kommentatoren erörterten den Abstand zwischen beiden Echos. Auf Deutsch erschien das Buch 2019 bei Launenweber als "Göttliches Tagebuch", übersetzt von Werner Menapace. Giacomo Sartori wurde 1958 in Trient geboren; die Alpenregion an der österreichischen Grenze, in der er aufwuchs, regte viele seiner frühen Werke an. 1983 schloss er an der Universität Florenz ein Studium der Agrarwissenschaft ab. Sein Beruf als Bodenkundler erregte wegen seiner Ungewöhnlichkeit Aufmerksamkeit, und nach eigener Aussage hat er seinen Schreibstil beeinflusst; an der Universität Trient unterrichtete er außerdem Agrarwissenschaft. Zu schreiben begann er in den 1990er Jahren, mit über dreißig. 1999 erschien sein erster Roman "Tritolo", es folgten unter anderem "Sacrificio" und "Cielo nero" (beide 2008) sowie "Rogo" (2015). 2005 veröffentlichte er einen autofiktionalen Roman über das Verhältnis zu seinem Vater; das Schreiben daran beschrieb er als wahre Offenbarung. Für den Erzählband "Autismi" (2011) erhielt er den Literaturpreis Frontier Grenzen. Mit "Baco" legte Sartori 2019 einen spekulativen Roman über Familie und künstliche Intelligenz vor, der 2020 in die Endauswahl des Premio Procida kam.
- Nationalität
- Italien