Gisbert Haefs

Während seines Studiums der Anglistik und Hispanistik in Bonn, von 1968 bis 1976, komponierte und interpretierte Gisbert Haefs makabre Chansons; 1981 erschienen sie als "Skurrile Gesänge" auf Schallplatte. Geboren wurde er am 9. Januar 1950 in Wachtendonk. Nach dem Studium arbeitete er als freier Schriftsteller und als Übersetzer spanischer, französischer und englischsprachiger Literatur, unter anderem von Adolfo Bioy Casares, Arthur Conan Doyle, G. K. Chesterton, Georges Brassens und Mark Twain. Bei Rudyard Kipling, Ambrose Bierce und Jorge Luis Borges gab er zudem die deutschsprachigen Gesamtausgaben heraus; die Borges-Übersetzung, an der er mitarbeitete, stieß auf viel Kritik. 2004 übertrug er sämtliche Songtexte von Bob Dylan, erschienen als "Lyrics 1962-2001" bei Hoffmann und Campe, 2005 Hugh Loftings "Doktor Dolittle und seine Tiere". Aus Lichtenbergs Aphorismen stellte er das "Sudelbrevier" zusammen, für das Literaturmagazin Der Rabe schrieb er zahlreiche Beiträge. Seine eigenen Bücher reichen über mehrere Genres: die Science-Fiction-Tetralogie um Dante Barakuda (1986), der Science-Fiction-Roman "Traumzeit für Agenten" (1994) und Kriminalromane um den "Universal-Dilettanten" Baltasar Matzbach, beginnend 1981 mit "Mord am Millionenhügel", und um den Agenten wider Willen Mario Guderian. Die Geschichten um das Triumvirat produzierte der WDR als Hörspiele; drei davon kamen 2006 als Hörbuch heraus, ein viertes, "Das Triumvirat hext", wurde am 28. September 2007 mit neuen Sprechern live aufgeführt. Für die Heftserie Perry Rhodan schrieb er zwei Gastromane, "Der Eiserne Finger Gottes" (Band 2289, 2005) und "Der Tamaron" (Band 2758, 2014). Erfolg hatte er vor allem mit historischen Romanen aus der Antike, in denen er Ereignisse aus einer neuen Perspektive erzählt und oft das seit der Renaissance vorherrschende Bild durchbricht, etwa die Geschichte Hannibals aus der Sicht der untergegangenen Karthager. Die Karthago-Romane reichen von "Hannibal. Der Roman Karthagos" (1989) bis "Die Dirnen von Karthago" (2014), daneben entstanden ab 1992 die Alexander-Romane. Ausgezeichnet wurde er 1981 mit dem Edgar-Wallace-Preis, 1989 mit dem Deutschen Krimipreis, 1990 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis und 1995 mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis, dazu mit Literaturpreisen in Bonn, Krefeld und Siegburg und mit zahlreichen Auszeichnungen in Spanien, wo seine Bücher beim Verlag Edhasa erschienen. Er wurde Mitglied der Kipling Society in London und der Krimiautorenvereinigung Das Syndikat.

Geboren
9. Januar 1950
Nationalität
Deutschland

Bücher