Greg Egan

Bevor das Schreiben sein Beruf wurde, versuchte es Greg Egan mit dem Film: Im letzten Schuljahr, erzählte er 1993 dem Magazin Eidolon, sei er dem Amateurfilm verfallen; die Filmrechte an einem Stück von David Campton bezahlte er mit tausend Dollar, die er in ein paar Jahren auf einem Milchwagen verdient hatte. Nach dem Bachelor in Mathematik an der University of Western Australia arbeitete er ein Jahr an einem einstündigen Film nach eigenem Drehbuch, bewarb sich damit an der Australian Film, Television and Radio School in Sydney und erkannte nach vier Wochen, wie sehr ihm die Arbeit in der Filmbranche zuwider wäre. Geboren wurde Egan am 20. August 1961 in Perth. Bis 1992 arbeitete er hauptberuflich als Programmierer. Sein erster Roman, „An Unusual Angle“ (1983), den er selbst als Jugendsünde betrachtete, handelt von einem Schüler, der in seinem Kopf Filme dreht. Als zweiter Roman folgte „Quarantine“ (deutsch „Quarantäne“). Viele seiner Romane und Erzählungen handeln von virtuellen Welten, künstlicher Intelligenz und biotechnischen Veränderungen des Menschen; immer wieder wird ein Bewusstsein aus dem Körper in einen Computer übertragen. „Permutation City“ (1994, deutsch „Cyber-City“) fragt, ob sich die Simulation eines Menschen von einem wirklichen Menschen unterscheidet, und gewann 1995 den John W. Campbell Memorial Award. Für „Distress“ (1995, deutsch „Qual“) erhielt Egan 2000 den Kurd-Laßwitz-Preis, für die Novelle „Oceanic“ den Hugo Award, und in Japan gewann er mehrfach den Seiun Award für übersetzte Literatur. Als Mathematiker schrieb er 2002 mit John Baez und Dan Christensen zwei Aufsätze über Spinnetzwerke der Quantengravitation; im selben Jahr erschien sein Roman „Schild's Ladder“, in dem Spinnetzwerke eine zentrale Rolle spielen. 2014 stellte er eine Vermutung zur Grace-Danielsson-Ungleichung auf, die als Egan-Vermutung bekannt wurde, und 2018 beschrieb er eine Konstruktion für Superpermutationen. Science-Fiction-Conventions blieb Egan fern, Bücher signierte er nicht, und er erklärte, im Netz gebe es kein Foto von ihm. Den Ditmar Award, den er mehrfach gewann, nahm er mehrmals nicht an, so 2000 für den Roman „Teranesia“. Auf die „Orthogonal“-Trilogie (2011 bis 2013) folgten unter anderem „Dichronauts“ (2017), „Scale“ (2023) und 2024 „Morphotrophic“.

Geboren
20. August 1961
Nationalität
Australien

Bücher