H. G. Francis
Ursprünglich wollte H. G. Francis unter seinem richtigen Familiennamen Franciskowsky veröffentlichen. Der Verleger Pabel lehnte ab: Er fürchtete, der Autor könnte für einen Polen gehalten werden, glaubte, nur englische und amerikanische Autoren verkaufen zu können, und gab ihm das Pseudonym Francis. Hans Gerhard Franciskowsky, 1936 in Itzehoe geboren und als Schwimmer Jugendmeister in Schleswig-Holstein, studierte nach dem Abitur in Hamburg Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und arbeitete nach dem Abschluss 1963 als Gebietsleiter eines Pharmaunternehmens. Angeregt durch Werke von Isaac Asimov und Poul Anderson, veröffentlichte er 1962 seinen ersten Roman, "Die fünf Oligos". Es folgten Bände der Serie Mark Powers unter dem Verlagspseudonym Ted Scott, Utopia-Romane und Beiträge zu Kurt Brands Ren Dhark; seine eigene Serie Rex Corda erschien ab November 1966 bei Bastei und wurde im August 1967 nach 38 Bänden eingestellt. 1970 kam er zur Atlan-Serie, 1971 mit Band 518, "Sturmlauf in den Tod", zu Perry Rhodan. In über dreißig Jahren schrieb er 96 Atlan- und 208 Perry-Rhodan-Hefte und gehörte zu den produktivsten Autoren der Serie; 1972 gab er seine Stelle auf und lebte vom Schreiben. 1986 erregte "Die vom fünften Hundert" Aufsehen, die stark erweiterte Fassung eines Romans von 1970. Zum Hörspiel brachte ihn 1974 ein Freund, der ihn an das Label Europa verwies, wo man einen Autor für eine Kung-Fu-Serie suchte. Francis schrieb die Skripte für die Regisseurin Heikedine Körting und danach unter verschiedenen Namen Hunderte weitere: die Gruselserie, Commander Perkins, Originale zu Masters of the Universe, Bearbeitungen für Die drei ???, TKKG und Fünf Freunde. Seine rund 600 Hörspiele erreichten eine Gesamtauflage von 120 Millionen Tonträgern und brachten ihm 120 Goldene und sechs Platin-Schallplatten. Am Herzen lag ihm Commander Perkins, als Hörspiel bei Europa und als Buchreihe unter dem Namen H. G. Francisco bei Schneider, zeitweise mit 60.000 Exemplaren Startauflage. Beide Verlage stellten die Reihe offenbar wegen sinkender Verkäufe ein, die Hörspiele 1980, die Romane 1984; später sagte er: "Ich habe wirklich nicht verstanden, weshalb die Kaufleute in den Verlagen eine so dumme Entscheidung getroffen haben." Die neun Romane bearbeitete er selbst zu Hörspielen, die von 2002 bis 2009 bei Maritim als "Das Sternentor" erschienen. Daneben schrieb er Tierbücher, Pferdegeschichten, Sachbücher und historische Romane. 2007 erhielt er den Ehrenpreis des Ohrkanus. Von einer schweren Erkrankung im Sommer 2009 erholte er sich nicht mehr; er starb 2011 in Hamburg.
- Geboren
- 14. Januar 1936
- Gestorben
- 3. November 2011
- Nationalität
- Deutschland