Hal Clement
"Eine Science-Fiction-Geschichte zu schreiben ist Vergnügen, keine Arbeit", schrieb Hal Clement 1953 in seinem Aufsatz "Whirligig World", in dem er erklärte, wie sein Roman "Mission of Gravity" entstanden war. Der Reiz liege darin, das Ganze als Spiel zu behandeln: Der Leser sucht nach Aussagen, die dem Stand der Wissenschaft widersprechen, und der Autor versucht, ihm möglichst wenige zu liefern. Hinter dem Namen stand Harry Clement Stubbs, 1922 in Somerville, Massachusetts, geboren. Zur Science-Fiction kam er über die Buck-Rogers-Comics. In Harvard studierte er Astronomie und schrieb dort seine erste veröffentlichte Geschichte, "Proof", die im Juni 1942 in Astounding Science Fiction unter dem Herausgeber John W. Campbell erschien; 1943 schloss er mit dem Bachelor ab. Später erwarb er einen Master in Erziehungswissenschaft an der Boston University und einen in Chemie am Simmons College. Im Zweiten Weltkrieg flog er als Pilot und Kopilot einer B-24 Liberator 35 Einsätze über Europa. Danach unterrichtete er 38 Jahre lang, bis zu seiner Pensionierung 1987, an der Milton Academy in Massachusetts Chemie und Astronomie. Seine ersten drei Romane erschienen von 1949 bis 1953 als Fortsetzungen in Astounding: "Needle", "Iceworld" und "Mission of Gravity", sein bekanntestes Buch. Es spielt auf dem Planeten Mesklin, der sich so schnell dreht, dass er stark abgeplattet ist; die Schwerkraft reicht vom etwa Dreifachen der Erde am Äquator bis zum etwa Siebenhundertfachen an den Polen. Um eine gestrandete Sonde zu bergen, sind die Menschen auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen, rund fünfzig Zentimeter langer Wesen, die Tausendfüßlern ähneln. Auf Deutsch heißt der Roman "Unternehmen Schwerkraft"; 1982 erschien er bei Heyne mit "Stützpunkt auf Dhrawn" im Band "Schwere Welten". Clement gilt als Vertreter der Hard Science Fiction. In seinen Werken gibt es kaum Fremdenfeindlichkeit und fast keine Kriege, und aus den Lebensbedingungen seiner Außerirdischen schließt er darauf, wie sie denken und fühlen. Unter dem Namen George Richard malte er astronomische Bilder, und auf Science-Fiction-Conventions im Osten der USA hielt er Vorträge mit Dias über das Schreiben und die Astronomie. Für "Uncommon Sense" (1945) erhielt er 1996 einen Retro Hugo, 1994 zeichnete die spanische Science-Fiction-Gesellschaft "Mission of Gravity" als besten ausländischen Roman aus. 1998 wurde er mit Frederik Pohl als fünfter und sechster Lebender in die Science Fiction Hall of Fame aufgenommen, 1999 ernannte ihn die SFWA zum 17. Grand Master. Hal Clement starb am 29. Oktober 2003 in Milton.
- Geboren
- 30. Mai 1922
- Gestorben
- 29. Oktober 2003
- Nationalität
- Vereinigte Staaten