Harry Harrison

Mit dreißig beantragte Harry Harrison einen Reisepass, bekam dafür seine Geburtsurkunde in die Hand und las darauf einen fremden Namen: Henry Maxwell Dempsey. Sein Vater hatte sich kurz nach der Geburt des Sohnes nach dem eigenen Stiefvater Harrison genannt, ohne dass der Sohn davon wusste; auf den Schulzeugnissen stand der neue Name, auf der Urkunde der alte. Harrison ließ seinen Namen daraufhin gerichtlich in Harry Max Harrison ändern. Geboren wurde er in Stamford, Connecticut, als Sohn eines Druckers und Setzers. Mit zwei Jahren kam Harrison nach Brooklyn, wo der Vater nur unregelmäßig Arbeit fand; die Familie zog häufig um, und der Junge wechselte entsprechend oft die Schule. Mit sieben entdeckte er die Amazing Stories, mit dreizehn gehörte er zu den Gründern des Ortsverbands der Science Fiction League in Queens. 1943 wurde er zu den US Army Air Forces eingezogen und bildete in Texas und Florida Bordschützen an einem frühen elektronischen Zielgerät aus, dem Sperry Mark I; danach diente er als Militärpolizist. Kampfeinsätze erlebte er nicht. Aus diesen Jahren nahm er zweierlei mit: eine Abneigung gegen alles Militärische, die später seine Bücher prägte, und das Esperanto, das er sich dort aneignete und in dem er sich nach eigener Aussage leichter ausdrückte als in jeder Sprache außer seiner eigenen. Nach dem Krieg studierte er Kunst am Hunter College und arbeitete als Zeichner. Für EC Comics gestaltete er die Hefte Weird Fantasy und Weird Science, meist zusammen mit Wally Wood, und in den fünfziger und sechziger Jahren schrieb er den Zeitungsstrip Flash Gordon. Seine erste Kurzgeschichte, Rock Diver, erschien 1951 auf elf Seiten in Worlds Beyond. 1957 trat in Astounding zum ersten Mal Jim di Griz auf, die Stahlratte, die Harrisons bekannteste Figur wurde; der erste Roman der Reihe folgte 1961. Im selben Jahrzehnt zeigte sich seine Bandbreite: Deathworld von 1960 über Siedler im Kampf gegen die Ökosphäre eines Planeten, Bill, the Galactic Hero als Parodie auf Asimov und Make Room! Make Room! von 1966 über Überbevölkerung, die Vorlage des Films Soylent Green. Für diesen Stoff erhielt Harrison 1974 den Nebula Award, gemeinsam mit dem Drehbuchautor Stanley R. Greenberg. Mit Brian Aldiss gab er ab 1965 SF Horizons heraus, die erste Zeitschrift für ernsthafte Genrekritik, und stiftete den John W. Campbell Memorial Award. Harrison lebte in Mexiko, England, Dänemark, Italien und Irland. 2004 kam er in die Science Fiction Hall of Fame, 2009 erhielt er den SFWA Grand Master Award. Er starb am 15. August 2012 in East Sussex.

Geboren
12. März 1924
Gestorben
15. August 2012
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher