Heidrun Jänchen
Heidrun Jänchen wurde 1997 mit einer Arbeit über die "Herstellung und Charakterisierung optisch anisotroper Hafniumoxid- und Zirkonoxid-Schichten" promoviert, zwölf Jahre bevor sie den Kurd-Laßwitz-Preis erhielt. Geboren am 10. Oktober 1965 in Burgstädt, wuchs sie in Mohsdorf auf und machte 1984 Abitur. Von 1984 bis 1989 studierte sie Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach der Wiedervereinigung bildete sie sich zur Technischen Redakteurin weiter, von 1992 bis 1997 arbeitete sie für ihre Promotion am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena, danach als Geräteentwicklerin in der optischen Industrie. Mehrfach nahm sie am Poetenseminar in Schwerin teil, 2002 gewann sie die Storyolympiade, einen Internet-Wettbewerb für phantastische Kurzgeschichten, und 2003 erschien ihr erster Roman, "Der eiserne Thron", gemeinsam verfasst mit Andrea Tillmanns und Christian Savoy. Es folgten ein Drehbuch für die ZDF-Serie "Wilsberg", der eigene Fantasyroman "Nach Norden!" (2006) und 2008 im Wurdack-Verlag ihr Science-Fiction-Debüt "Simon Goldsteins Geburtstagsparty", nominiert für den Deutschen Science-Fiction-Preis und den Kurd-Laßwitz-Preis. Von 2003 an gab sie bei Wurdack mit Armin Rößler und Dieter Schmitt die Science-Fiction-Reihe heraus, in der auch eigene Kurzgeschichten und Erzählungen erschienen. Erzählungen von ihr standen zwischen 2003 und 2008 mehrfach auf den Nominierungslisten beider Preise, 2009 erhielt sie den Kurd-Laßwitz-Preis für "Ein Geschäft wie jedes andere" aus der Anthologie "Lotus-Effekt". 2012 bekam sie den Deutschen Science-Fiction-Preis für "In der Freihandelszone", die Geschichte des Planeten Leiwal, den die Erde für Sextourismus erschließen will. Martin Stricker aus dem Auswahlkomitee des Preises lobte, wie fein sie die Geschichte zur Metapher für die Ausbeutung von Entwicklungsländern mache und ernste Themen unterhaltsam behandle. Im selben Jahr erschien die Sammlung "Willkommen auf Aurora", die bei der Kritik gut ankam; Karsten Kruschel schrieb in einer Rezension, sie bestehe fast ausschließlich aus Geschichten nahe an der Vollkommenheit. 2020 erschien ihre Erzählung "Mietnomaden" bei Hirnkost in der ökologisch ausgerichteten Anthologie "Der grüne Planet", die gemischt aufgenommen wurde. Marten Hahn schrieb im Deutschlandfunk Kultur, viele Geschichten des Bandes hätten gute Ideen, "Mietnomaden" sei vielschichtiger und erzähle in klarer Prosa und in Episoden, wie die Menschheit zum Klimaflüchtling geworden ist.
- Geboren
- 10. Oktober 1965
- Nationalität
- Deutschland