Horst Evers
Horst Evers heißt eigentlich Gerd Winter, und sein Künstlername ist ein umgedrehter Ortsname. Als er 1989 mit Hans Duschke, Andreas Scheffler und Bov Bjerg die Zeitschrift Salbader gründete, sollten verschiedene Pseudonyme den Lesern eine größere Zahl von Autoren vorspiegeln. Winter nahm Evershorst bei Diepholz, wo er auf einem Bauernhof aufgewachsen war, und tauschte die beiden Teile des Namens. Weil er unter diesem Namen besonders erfolgreich war, blieb er dabei. Geboren wurde er am 8. Februar 1967 in Diepholz, wo er auch das Abitur ablegte. Er studierte Germanistik und Sozialkunde an der Freien Universität Berlin, ohne das Studium abzuschließen. In dieser Zeit entstanden seine ersten Texte, die er im Salbader veröffentlichte und später auch öffentlich vortrug. Im selben Jahr wie die Zeitschrift gründete er mit Bjerg, Duschke, Scheffler und Hinark Husen die Lesebühne Mittwochsfazit, 1990 die Berliner Lesebühne Dr. Seltsams Frühschoppen und 1996 mit Bjerg und Manfred Maurenbrecher ein neues Mittwochsfazit. Angeregt durch die Berliner Verwaltungsreform von 2001 schrieb er zu bekannten Melodien einen Liederzyklus über die Bezirke der Stadt; für das Lied auf Spandau am Westrand Berlins wurde Petula Clarks "Downtown" gewählt. 2008 entstand im BKA-Theater eine Aufnahme der Bezirkslieder mit Benedikt Eichhorn. Als Kabarettist erhielt er unter anderem 2001 den Salzburger Stier, 2002 mit dem Mittwochsfazit den Programmpreis des Deutschen Kabarettpreises, 2008 den Deutschen Kleinkunstpreis und 2021 den Hauptpreis des Deutschen Kabarettpreises. Nach einem ersten Band 1997 erschienen seine Bücher ab 2002 bei Eichborn und ab 2011 im Rowohlt Berlin Verlag, darunter "Alles außer irdisch" (2016). 2017 kam "Der König von Berlin" als Fernsehfilm heraus, fünf Jahre nach dem gleichnamigen Buch. 2026 erschien mit "Hope Joanna" ein Kriminalroman.
- Geboren
- 8. Februar 1967
- Nationalität
- Deutschland