Ian Watson

Ian Watsons erster veröffentlichter Roman, "The Embedding" (1973, deutsch "Das Babel-Syndrom"), beruht auf Ideen der generativen Grammatik. Außerirdische suchen auf der Erde nach neuen sprachlichen Zugängen zur Wirklichkeit, und der Roman fragt, wie weit die Sprache Erfahrung und Bewusstsein prägt. 1975 erhielt das Buch den Prix Apollo. Watson wurde 1943 in St Albans geboren, wuchs in North Shields auf und besuchte bis 1959 die King's School in Tynemouth. Neben klassischer Literatur las er viel Science-Fiction, ohne das Genre allzu ernst zu nehmen. 1963 schloss er das Studium der englischen Literatur am Balliol College in Oxford ab, 1965 folgte ein Master mit einer Arbeit über den Einfluss französischer Autoren auf Walter Pater. Von 1965 bis 1967 lehrte er am University College in Daressalam, von 1967 bis 1970 an Universitäten in Tokio. Die Folgen von Technik und Umweltverschmutzung, die er dort sah, brachten ihn dazu, sich ernsthaft der Science-Fiction zuzuwenden. Ab 1970 unterrichtete er Future Studies an der Birmingham Polytechnic, ein Fach, zu dem auch Science-Fiction gehörte, und beschäftigte sich, angeregt von Kollegen, mit Sozialanthropologie und Linguistik. "The Jonah Kit" (1975, deutsch "Der programmierte Wal") erzählt von Experimenten, die menschliches Bewusstsein auf Wale übertragen, und erhielt den British Science Fiction Award. Der Erfolg der beiden ersten Romane machte Watson 1976 zum hauptberuflichen Schriftsteller. "Miracle Visitors" (1978, deutsch "Zur anderen Seite des Mondes") verbindet UFO-Erfahrungen mit mystischen Erlebnissen. 1980 schrieben Watson und Michael Bishop "Under Heaven's Bridge" (1982), die erste transatlantische Gemeinschaftsarbeit eines Science-Fiction-Romans, mit Schreibmaschine und Post. Für Stanley Kubrick machte Watson aus Brian Aldiss' Erzählung "Super-Toys Last All Summer Long" ein Drehbuch, das zur Vorlage von Steven Spielbergs "A.I. Artificial Intelligence" wurde. Für die Spielwelt Warhammer 40,000 schrieb er "Space Marine" und die Trilogie "Inquisition War", und das finnische Epos Kalevala regte ihn zu "The Book of Mana" an, nach eigener Aussage seinem ehrgeizigsten Roman. Mit Roberto Quaglia entstanden ab 2003 erotisch-satirische Erzählungen, 2009 gesammelt als "The Beloved of My Beloved"; "The Beloved Time of Their Lives" erhielt 2010 den BSFA Award für Kurzgeschichten. Wahrnehmung, die Frage nach der wahren Natur der Dinge und die Suche nach Transzendenz kehren auch in "God's World" und "The Flies of Memory" wieder. Ian Watson starb 2026 mit 82 Jahren in Gijón, wo er lebte.

Geboren
20. April 1943
Gestorben
13. April 2026
Nationalität
Vereinigtes Königreich

Bücher