Isabel Waidner
Der Roman "Gaudy Bauble" stand schon im Titel der Doktorarbeit. Für diese Arbeit über experimentelle Literatur erhielt Isabel Waidner 2013 ein Stipendium der University of Roehampton, und 2017 erschien das Buch selbst bei Dostoyevsky Wannabe. Waidner wurde am 14. Februar 1974 im Schwarzwald geboren und zog 1995 nach London. Dort folgten Jahre in verschiedenen Mindestlohnjobs, bis das Stipendium die Promotion ermöglichte; danach unterrichtete Waidner in Roehampton kreatives Schreiben. Von 2002 bis 2004 trat Waidner mit der Indieband Klang auf, deren Platten bei Rough Trade und Blast First erschienen. Auf "Gaudy Bauble" folgten 2019 "We Are Made of Diamond Stuff", ebenfalls bei Dostoyevsky Wannabe, 2021 "Sterling Karat Gold" bei Peninsula Press und 2023 "Corey Fah Does Social Mobility" bei Hamish Hamilton, wo 2026 auch "As If" herauskam. 2018 gab Waidner die Anthologie "Liberating the Canon: An Anthology of Innovative Literature" heraus, Beiträge erschienen unter anderem in Granta und Frieze, und ausführlich schrieb Waidner über Klasse und Nationalismus. Die ersten drei Romane kamen 2018, 2020 und 2022 auf die Shortlist des Republic of Consciousness Prize. "We Are Made of Diamond Stuff" war 2019 für den Goldsmiths Prize nominiert, "Sterling Karat Gold" gewann ihn 2021 und stand 2022 auf der Shortlist des Orwell Prize for Political Fiction. "Corey Fah Does Social Mobility" erreichte 2024 die Shortlist des Arthur C. Clarke Award. Ins Deutsche übertrug Ann Cotten "Gaudy Bauble" als "Geile Deko" (Merve 2019), und diese Übersetzung erhielt 2020 den Internationalen Literaturpreis. 2024 folgte bei DuMont "Sterling Karat Gold" als "Vielleicht ging es immer darum, dass wir Feuer spucken". Am Institute of Contemporary Arts moderierte und kuratierte Waidner von Januar bis Mai 2021 die Gesprächsreihe "This Isn't a Dream", die alle zwei Wochen über Instagram Live lief.