James Blaylock
An der California State University in Fullerton, wo er Englisch studierte, lernte James Paul Blaylock K. W. Jeter und Tim Powers kennen, und gemeinsam kamen die drei in Kontakt mit Philip K. Dick, der ihr Mentor wurde. Blaylock, am 20. September 1950 in Long Beach geboren, schloss das Studium 1974 mit dem Master ab. Mit Powers schrieb er mehrere Geschichten, darunter „The Better Boy“ (1991), und mit ihm erfand er den Dichter William Ashbless, unter dessen Namen beide auch veröffentlichten. „The Elfin Ship“ (1982, deutsch „Das Elfenschiff“) eröffnete die Balumnia-Trilogie, nach seinen Worten angeregt von „The Wind in the Willows“ und „The Hobbit“. Mit „The Digging Leviathan“ (1984) begann die Reihe um den Schurken Ignacio Narbondo: Dieser Roman und seine Fortsetzung „Zeuglodon“ (2012) spielen im Kalifornien der 1960er Jahre, die übrigen Bände als Steampunk im viktorianischen England. Als seine Inspiration nannte Blaylock Jules Verne, H. G. Wells, Robert Louis Stevenson, Arthur Conan Doyle und Charles Dickens. Für die Zeitkulisse von „Homunculus“ (1986, deutsch 1990 bei Heyne) zog er Henry Mayhews „London Labour and the London Poor“ heran; der komische Roman, in dem ein Luftschiff mit totem Piloten über London kreist, erhielt den Philip K. Dick Award. „Lord Kelvin's Machine“ (1992) baute eine gleichnamige Novelette von 1985 zum Roman aus. Viele seiner Bücher spielen dagegen im Orange County der Gegenwart, in dem sich Fantastisches ereignet. Die Trilogie aus „The Last Coin“ (1988, deutsch „Die letzte Münze“), „The Paper Grail“ (1991, deutsch „Hokusais Gral“) und „All the Bells on Earth“ (1995) arbeitet mit christlichen Motiven wie dem Gral und den dreißig Silberlingen des Judas. Den World Fantasy Award für Kurzprosa gewann er zweimal, 1986 mit „Paper Dragons“ und 1997 mit „Thirteen Phantasms“. Bis 2013 leitete er das Creative Writing Conservatory der Orange County High School of the Arts, an der auch Powers als Writer in Residence arbeitete. 2022 erschien sein Roman „Pennies from Heaven“.