James Blish
Wer in den siebziger Jahren einen Enterprise-Band aufschlug, las oft nicht die Folge, die im Fernsehen gelaufen war. James Blish arbeitete im Auftrag von Bantam Books nach frühen Drehbuchfassungen, und deshalb weichen die Erzählungen von den gesendeten Folgen ab. Zwölf Bände kamen zwischen 1967 und 1977 heraus. Einen Teil davon schrieb seine Frau J. A. Lawrence, ohne genannt zu werden; erst der letzte Band, zwei Jahre nach Blishs Tod erschienen, nannte auch sie. Seine finanzielle Sicherheit in den letzten Jahren führte Blish selbst auf diesen Auftrag zurück. Geboren wurde er am 23. Mai 1921 in East Orange, New Jersey. Schon als Schüler gab er ein Fanmagazin heraus, "The Planeteer", abgezogen auf einem Hektographen, sechs Ausgaben lang. In New York gehörte er zu den Futurians, dem Kreis um Frederik Pohl und Damon Knight. Er kam von der Mikrobiologie, wurde als Laborant zur Armee eingezogen und 1944 entlassen, weil er sich weigerte, einen Fettabscheider zu reinigen. Seine erste Geschichte verkaufte er 1940 an Frederik Pohl. Der Durchbruch kam in den fünfziger Jahren, und die Mikrobiologie kam mit: In "Surface Tension" (1952) leben mikroskopisch kleine Menschen in den flachen Wasserpfützen eines lebensfeindlichen Planeten, für den sie eigens hergerichtet worden sind. Für diese Idee, den Menschen umzubauen statt die Welt, prägte Blish das Wort Pantropie. Von ihm stammt auch der Gasriese: In einer überarbeiteten Fassung einer älteren Geschichte nannte er einen großen Planeten so, und die Bezeichnung blieb. Sein bekanntestes Werk sind die Romane um die fliegenden Städte, in denen ganze Städte auf Antigravitationsmaschinen durch den Raum ziehen und Arbeit suchen. Vorbild war die Wanderung der Landarbeiter nach den Staubstürmen der dreißiger Jahre. "A Case of Conscience" (1958) schickt einen Jesuiten auf einen Planeten, dessen Bewohner ohne Gott moralisch leben, und bekam 1959 den Hugo Award. Unter dem Namen William Atheling jr. schrieb Blish außerdem Kritiken: Er maß die Science-Fiction an den Maßstäben der ernsten Literatur und nahm Kollegen wie Zeitschriftenherausgeber gleichermaßen ins Gebet. Algis Budrys schrieb später, Atheling habe zusammen mit Damon Knight das Handwerk des Rezensenten in diesem Feld verwandelt. Das Pseudonym hatte Blish sich von Ezra Pound geborgt, der unter diesem Namen über Musik geschrieben hatte. Blish starb am 30. Juli 1975; er liegt auf dem Holywell Cemetery in Oxford, und seine Papiere verwahrt die Bodleian Library.
- Geboren
- 23. Mai 1921
- Gestorben
- 30. Juli 1975
- Nationalität
- Vereinigte Staaten