Jerry Pournelle

Mit Larry Niven schrieb Jerry Pournelle "The Mote in God's Eye" (1974, "Der Splitter im Auge Gottes"): Der Roman wurde in den USA ein Bestseller und 1975 für den Nebula Award nominiert, 1993 folgte "The Gripping Hand" ("Der Ring um das Auge Gottes"). Auch "Lucifer's Hammer" (1977, "Luzifers Hammer") schrieben die beiden gemeinsam; er erreichte Platz zwei der Bestsellerliste der New York Times, ein späterer gemeinsamer Roman 1986 Platz eins. Geboren am 7. August 1933 in Shreveport, Louisiana, diente Pournelle im Koreakrieg in der US Army und studierte danach an der University of Washington Psychologie; 1964 wurde er dort promoviert. In der Dissertation entwarf er das Pournelle chart, ein Modell, das politische Richtungen auf zwei Achsen ordnet, der Haltung zum Staat und dem Vertrauen in rationale Planung. Bei Boeing, wo er Operations Research betrieb und das Human Factors Laboratory leitete, entwarf er in den späten 1950er Jahren das Projekt Thor, schwere Wolframstäbe, die aus großer Höhe auf Ziele fallen sollten. Später arbeitete er für die Aerospace Corporation an der Raketenstudie Project 75 und bei North American Rockwell am Apollo-Programm mit. Bei Boeing, erzählte er nach eigener Erinnerung Robert A. Heinlein, habe er wohl mehr Science-Fiction geschrieben als dieser, nur ohne Figuren. Seine Geschichten lehnte John W. Campbell bei Astounding lange ab und nahm erst kurz vor seinem Tod 1971 die Novelette "Peace with Honor" an. Frühe Science-Fiction erschien unter dem Namen Wade Curtis. Militärisches prägt viele seiner Bücher, etwa die um die Söldnertruppe Falkenberg's Legion. 1973 erhielt er den John W. Campbell Award als bester neuer Autor und wurde Präsident der Science Fiction Writers of America. Einem breiteren amerikanischen Publikum wurde er mit seiner Kolumne in der Computerzeitschrift "Byte" bekannt. Unter dem Motto, er probiere die Dinge aus, damit die Leser es nicht müssten, beschrieb er als Anwender, was in seinem Haus Chaos Manor an Rechnern und Programmen lief, und spottete über angekündigte Produkte, die "Real Soon Now" kommen sollten. Selbst schrieb er seit 1977 am Computer, und 1989 berichtete er, das Smithsonian habe seinen Rechner Zeke für eine Geschichte der Computertechnik erbeten. Nach dem Ende der gedruckten "Byte" führte er die Kolumne online weiter; sein Tagebuch "View from Chaos Manor" gilt als eines der ersten Blogs, auch wenn er das Wort ablehnte. Pournelle starb am 8. September 2017 in Studio City, Los Angeles.

Geboren
7. August 1933
Gestorben
8. September 2017
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher