Jo Walton

Im April 2007 erklärte Howard V. Hendrix, wer als professioneller Autor seine Texte kostenlos ins Netz stelle, mache sich zum Streikbrecher. Jo Walton hielt dagegen und rief den 23. April zum International Pixel-Stained Technopeasant Day aus, an dem Autoren, die anders dachten, ihre Geschichten massenhaft ins Netz stellen konnten. 2008 stellte sie selbst mehrere Kapitel einer unvollendeten Fortsetzung von "Tooth and Claw" ins Netz. Geboren wurde sie am 1. Dezember 1964 in Aberdare im walisischen Cynon Valley. Nach Schulen in Aberdare, Cardiff und Oswestry studierte sie in Lancaster, lebte zwei Jahre in London, dann bis 1997 in Lancaster, danach in Swansea und seit 2002 in Montreal. Sie schreibt seit ihrem dreizehnten Lebensjahr, ihr erster Roman erschien aber erst 2000. Vorher veröffentlichte sie Rollenspieltexte, etwa im Magazin Pyramid, meist gemeinsam mit Ken Walton, und war im Usenet aktiv; ihr Gedicht "The Lurkers Support Me in E-Mail" wird dort viel zitiert, oft ohne ihren Namen. Die ersten drei Romane, "The King's Peace" (2000), "The King's Name" (2001) und "The Prize in the Game" (2002), spielen in einer Welt nach dem Britannien König Arthurs und dem Irland der Táin Bó Cúailnge; 2002 erhielt sie den John W. Campbell Award als beste neue Autorin. "Tooth and Claw" (2003, deutsch "Der Clan der Klauen") ist als Roman angelegt, wie ihn Anthony Trollope hätte schreiben können, nur über Drachen, und gewann 2004 den World Fantasy Award. "Farthing" (2006, deutsch "Die Stunde der Rotkehlchen") war ihr erster Science-Fiction-Roman, ein Cozy Mystery in einer Geschichte, in der Großbritannien mit Hitler Frieden schloss, bevor die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten; er war unter anderem für den Nebula Award nominiert. Mit "Ha'penny" (2007, deutsch "Der Tag der Lerche"), 2008 mit dem Prometheus Award ausgezeichnet, und "Half a Crown" (2008, deutsch "Das Jahr des Falken") wurde daraus eine Trilogie. Seit 2008 bespricht sie für Tor.com vor allem ältere Bücher; die Sammlung "What Makes This Book So Great" (2014) erhielt den Locus Award, ihre Artikelreihe über die Hugo-Nominierten der Jahre 1953 bis 2000 erschien 2018 als "An Informal History of the Hugos". Für "Among Others" (deutsch "In einer anderen Welt") erhielt sie den Hugo und den Nebula Award als bester Roman, für "My Real Children" (2014) den Tiptree Award. Ihr wird der Begriff Tiffany Problem zugeschrieben, 2019 geprägt für ein Dilemma des historischen Romans. Im November 2022 veröffentlichte sie mit dem Odyssey Theatre das Hörspiel "Heart's Home" nach einem walisischen Volksmärchen.

Geboren
1. Dezember 1964

Bücher