Joan Slonczewski
„Ich wollte wirklich darüber schreiben, wie sich die Länder Osteuropas von der sowjetischen Herrschaft befreien könnten“, sagte Joan Slonczewski über die Entstehung von „A Door into Ocean“. Del Rey Books lehnte das Manuskript ab, ebenso mehrere andere Verlage; damals, vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, habe das Dogma gegolten, dass Frieden nie funktioniere, erklärte Slonczewski die Absagen. Der Roman erschien 1986 bei Arbor House und erhielt 1987 den John W. Campbell Memorial Award. Er spielt auf Shora, einer ganz von Wasser bedeckten Welt, deren ausschließlich weibliche Bevölkerung, die Sharers, mit Gentechnik die eigene Ökologie steuert und sich gegen die Truppen des Planeten Valedon gewaltlos wehrt. Die Handlung stützte Slonczewski auf historische Forschung, besonders auf die Schriften des Friedenshistorikers Gene Sharp, und sah in den Sharers viel von den Quäkern, besonders in der Dynamik ihrer Versammlungen. Slonczewski, 1956 geboren und in Katonah im Bundesstaat New York aufgewachsen, schloss 1977 am Bryn Mawr College ein Biologiestudium ab, wurde 1982 in Yale in molekularer Biophysik und Biochemie promoviert und forschte danach an der University of Pennsylvania. 1984 begann die Lehre am Kenyon College in Ohio: Biologie, dazu Kurse über Science-Fiction; erforscht wurde dort die Reaktion der Bakterien Escherichia coli und Bacillus subtilis auf pH-Stress. Mit John W. Foster entstand das Lehrbuch „Microbiology: An Evolving Science“, das 2012 bei Springer Spektrum als „Mikrobiologie: Eine Wissenschaft mit Zukunft“ auf Deutsch erschien. Die Elysium-Reihe, die mit „A Door into Ocean“ begann, setzte Slonczewski bis 2000 mit drei Romanen fort. „The Children Star“ (1998) spielt größtenteils auf Prokaryon, einer Welt mit dreisträngiger DNA, und kreist um die Frage, ob sie terraformt werden soll; Kirkus Reviews lobte Aufbau und Erzählweise. In „Brain Plague“ (2000) bewohnen intelligente Mikroben menschliche Gehirne. „The Highest Frontier“ (2011) erzählt vom ersten Studienjahr einer jungen Frau im Jahr 2108 an einem College in einem Weltraumhabitat; 2012 erhielt Slonczewski dafür zum zweiten Mal den Campbell Memorial Award. 2025 erschien bei CAEZIK SF & Fantasy mit „Minds in Transit“ ein weiterer Band der Elysium-Reihe.