Jochen Beyse

1978 zog Jochen Beyse nach Hamburg und lebte dort von Gelegenheitsjobs, ein Jahr nach seiner Promotion über den Soziologen Siegfried Kracauer. Geboren am 15. Oktober 1949 in Bad Wildungen, hatte er 1968 in Fritzlar Abitur gemacht und ab 1969 in Köln zunächst Geschichte und Kunstgeschichte, dann Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie studiert; die Dissertation "Film und Widerspiegelung" erschien 1977. 1981 erschien der Roman "Der Ozeanriese", 1985 erhielt er den Aspekte-Literaturpreis. Mit der Erzählung "Das Affenhaus" gelang ihm 1986 der literarische Durchbruch, ebenfalls 1986 gewann er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt den Preis der Kärntner Industrie. 1987 wurde er freier Schriftsteller. Unter mehreren Förderstipendien war 1988 eines für die Villa Massimo; das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds lehnte er im selben Jahr ab. Bei Suhrkamp kamen ab 1990 "Ultraviolett", "Unstern" (1991) und "Larries Welt" (1992) heraus, danach weitere Bände bis "Fremdenführung" (2001); "Unstern" stand 1992 auf der Nominierungsliste des Kurd-Laßwitz-Preises. Von Anfang an faszinierten Beyse, so Natias Neutert 1993 im Hamburger Abendblatt, "extreme Einzelgänger, sich abkapselnde Außenseiter und aus allen Normen Verrückte", seine Erzählungen und Romane seien "Erzählexperimente gewagtesten Kalibers", und er jage die Leser "wie durch ein verwirrendes Spiegelkabinett". Hansjörg Graf beschrieb die Bücher 2001 in der Süddeutschen Zeitung als "halb Selbstgespräch, halb Geisterbeschwörung". Ab 2012 verlegte Diaphanes seine Bücher, von "Palermo 1933" (2012) über "Rebellion" (2013), dessen Hauptfigur Nicole Henneberg in der FAZ "radikal gegenwärtig in ihrer verzweifelten Selbstauflösung" fand, bis "Fremd wie das Licht in den Träumen der Menschen" (2017). 2020 folgte, gemeinsam mit Rita Seuß, seine Übersetzung von Wyndham Lewis' Roman "Die Affen Gottes".

Geboren
15. Oktober 1949
Nationalität
Deutschland

Bücher