John M. Ford

Robert Jordan, ein lebenslanger enger Freund, nannte John M. Ford den besten Schriftsteller Amerikas, ohne Ausnahme, Neil Gaiman seinen besten Kritiker. Nach Fords Tod aber war fast sein ganzes Werk vergriffen: Die Rechte waren an die Erben zurückgefallen, doch niemand hatte sie erreicht. Erst nach Recherchen des Journalisten Isaac Butler fanden Fords Lektoren bei Tor Books den Kontakt, und im November 2019 wurde die Neuausgabe aller veröffentlichten Werke vereinbart, beginnend 2020 mit "The Dragon Waiting". Ford wurde am 10. April 1957 in East Chicago, Indiana, geboren und wuchs in Whiting auf. An der Indiana University in Bloomington war er im Science-Fiction-Club aktiv und in der Society for Creative Anachronism, als Miles Atherton de Grey; noch dort erschien in Analog seine erste Geschichte, "This, Too, We Reconcile". Er verließ die Universität und ging nach New York zum neu gegründeten Isaac Asimov's Science Fiction Magazine, wo er ab 1978 Gedichte, Erzählungen, Artikel und Spielkritiken veröffentlichte. Zeitweise arbeitete er als Krankenhaushelfer, Computerberater, Leser unverlangter Manuskripte und Lektor; um 1990 zog er nach Minneapolis. Sein Roman "The Dragon Waiting" (1983, deutsch "Der Thron des Drachen"), eine alternative Geschichte mit Vampiren, den Medici und der verworrenen englischen Politik um Edward IV. und Richard III., gewann 1984 den World Fantasy Award, 1989 folgte ein zweiter für "Winter Solstice, Camelot Station". Mehrere Bücher erzählen vom Erwachsenwerden und von der Verantwortung für die eigene Welt, darunter "Web of Angels" (1980) und "Growing Up Weightless" (1993), das den Philip K. Dick Award erhielt. In fremden Universen schrieb er 1983 für FASAs Star-Trek-Rollenspiel das Buch "The Klingons", das spätere Produktionen von Paramount beeinflusste, dazu die Romane "The Final Reflection" (1984, deutsch "Der letzte Schachzug") und "How Much for Just the Planet?" (1987, deutsch "Was kostet dieser Planet?"), eine Komödie mit Liedtexten, die Bühnenmusicals des 20. Jahrhunderts parodieren. Für Spiele wie Paranoia und GURPS gewann er dreimal den Origins Award, für "The World of Robert Jordan's The Wheel of Time" zeichnete er Karten. John Clute fand 1993 in der Encyclopedia of Science Fiction noch keinen festen Stil bei ihm, aber eine offenkundige Originalität. Auf Conventions wie der Minicon gab Ford unter dem Titel "Ask Dr. Mike" im Laborkittel komische Antworten auf wissenschaftliche und andere Fragen. Er starb am 25. September 2006 in Minneapolis; 2022 erschien sein unvollendeter Roman "Aspects".

Geboren
1957-04-10
Gestorben
2006-09-25
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher