Jonathan Lethem

Einundzwanzigmal sah Jonathan Lethem "Star Wars" bei der ersten Kinoauswertung, und er las das gesamte Werk von Philip K. Dick, nach eigener Aussage ein so prägender Einfluss wie Marihuana oder Punkrock. Geboren am 19. Februar 1964 in Brooklyn als Sohn eines Malers, war er dreizehn, als seine Mutter starb; das hat sein Schreiben nach eigener Aussage stark geprägt. Nach der High School of Music & Art in New York ging er 1982 als Kunststudent an das Bennington College in Vermont, merkte dort, dass ihn das Schreiben mehr interessierte als die Kunst, und brach mitten im zweiten Studienjahr ab. 1984 trampte er von Denver nach Berkeley. Zwölf Jahre lebte er in Kalifornien, arbeitete in Läden für gebrauchte Bücher und schrieb in der freien Zeit; 1989 erschien seine erste Kurzgeschichte. Sein erster Roman, "Gun, with Occasional Music" (1994), verband Science-Fiction mit dem Detektivroman in der Art Raymond Chandlers, samt sprechenden Kängurus und Kälteschlafgefängnissen. Eine begeisterte Besprechung in Newsweek verhalf ihm zu größerem Erfolg, er kam ins Finale des Nebula Award 1994 und gewann 1995 die Leserumfrage des Magazins Locus als bestes Debüt. Als sich der Regisseur Alan J. Pakula eine Option auf die Filmrechte sicherte, konnte Lethem die Arbeit im Buchladen aufgeben. Auf Deutsch erschien der Roman als "Knarre mit Begleitmusik", später als "Der kurze Schlaf". Zurück in Brooklyn begann er "Motherless Brooklyn" (1999) über Lionel Essrog, der am Tourette-Syndrom leidet und von der Sprache besessen ist. Der Roman gewann den National Book Critics Circle Award und den Gold Dagger für Kriminalliteratur, Edward Norton brachte ihn 2019 als Regisseur ins Kino. Seine Leichtigkeit im Mischen der Gattungen führte er auf die Bilder seines Vaters zurück, die Beobachtetes und Erfundenes auf derselben Leinwand zusammenbrachten. Der teils autobiografische Bildungsroman "The Fortress of Solitude" (2003, deutsch "Die Festung der Einsamkeit") über zwei Freunde aus verschiedenen Verhältnissen im selben Häuserblock von Boerum Hill wurde ein Bestseller der New York Times. 2005 erhielt Lethem ein MacArthur-Stipendium, 2011 gab er mit Pamela Jackson "The Exegesis of Philip K. Dick" heraus. Am Pomona College in Kalifornien lehrt er kreatives Schreiben auf der Stelle, die zuvor David Foster Wallace innehatte. Lev Grossman zählte ihn im Time Magazine zu einer Bewegung von Autoren, die literarisches und populäres Schreiben verbinden wollen, neben Michael Chabon, Margaret Atwood und Susanna Clarke. 2025 erhielt Lethem ein Guggenheim-Stipendium für Prosa.

Geboren
19. Februar 1964
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher