Joyce Carol Oates

Den größten Schatz ihrer Kindheit nannte Joyce Carol Oates ein Geschenk ihrer Großmutter: Lewis Carrolls "Alice im Wunderland", nach eigener Aussage das Buch mit dem stärksten literarischen Einfluss auf ihr Leben. Von derselben Großmutter bekam sie mit vierzehn die Schreibmaschine, auf der sie zu schreiben begann. Geboren am 16. Juni 1938 in Lockport im Staat New York, wuchs sie in Millersport auf und machte als Erste ihrer Familie einen Highschool-Abschluss. Mit einem Stipendium ging sie an die Syracuse University, schrieb dort Roman um Roman und warf jedes Manuskript weg, sobald es fertig war; noch als Studentin gewann sie den Kurzgeschichtenwettbewerb für Studierende der Zeitschrift Mademoiselle. Nach dem Bachelor 1960 und dem Master 1961 an der University of Wisconsin lernte sie Evelyn Shrifte von Vanguard Press kennen, wo 1963 die Erzählsammlung "By the North Gate" und 1964 der erste Roman, "With Shuddering Fall", erschienen. 1966 erschien "Where Are You Going, Where Have You Been?", eine Erzählung nach dem Fall des Serienmörders Charles Schmid, Bob Dylan gewidmet; 2008 nannte Oates sie das Werk, für das sie am bekanntesten sei. Mit "A Garden of Earthly Delights" (deutsch "Ein Garten irdischer Freuden") begann das sogenannte Wonderland-Quartett. Den National Book Award gewann 1970 der dritte Band, "them" (1969, deutsch "Jene"), ein Roman über Detroit. 1974 gründete sie mit ihrem Mann Raymond J. Smith die Literaturzeitschrift Ontario Review, die er herausgab, 1980 den Verlag Ontario Review Books. 1978 ging sie an die Princeton University; zu ihren Studenten gehörte 1995 Jonathan Safran Foer, dessen Abschlussarbeit, eine frühe Fassung von "Everything Is Illuminated", sie betreute. Anfang der 1980er Jahre begann sie, Schauer- und Horrorgeschichten zu schreiben, nach eigener Aussage tief von Kafka beeinflusst. Der vom Fall Jeffrey Dahmer angeregte Roman "Zombie" (1995, deutsch ebenfalls "Zombie") erhielt 1996 den Bram Stoker Award. Unter den Pseudonymen Rosamond Smith und Lauren Kelly schrieb sie vor allem Spannungsromane. Sie schreibt von Hand, nach eigener Aussage von acht bis eins und abends noch zwei oder drei Stunden, und ihre Produktivität wurde zu einem ihrer bekanntesten Merkmale; die New York Times schrieb 1989, ihr Name stehe für Produktivität. Für vier Bücher, darunter "Blonde" (2000, deutsch "Blond"), war sie Finalistin des Pulitzer-Preises, sie erhielt die National Humanities Medal und 2019 den Jerusalem-Preis. 2026 erschien die Erzählsammlung "The Frenzy".

Geboren
16. Juni 1938
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher