Kage Baker
„In the Garden of Iden“ (1997) spielt ganz im 16. Jahrhundert, in Spanien und England, und ist doch Science-Fiction: Erzählerin ist Mendoza, als Kind vor der Inquisition gerettet und zum unsterblichen Cyborg gemacht, Botanikerin im Dienst von Dr. Zeus Inc., der „Company“ des 24. Jahrhunderts. Auf ihrem ersten Einsatz soll sie im Garten von Sir Walter Iden in Kent Proben seltener Pflanzen nehmen und verliebt sich in seinen Sekretär Nicholas Harpole. Mit diesem ersten Roman begann Kage Baker ihre Reihe historischer Zeitreisegeschichten; auf Deutsch kam er 2001 bei Heyne als „Im Land der Unsterblichkeit“ heraus. Baker wurde am 10. Juni 1952 in Hollywood geboren und wuchs dort auf. Bevor sie hauptberuflich schrieb, arbeitete sie viele Jahre am Theater und unterrichtete unter anderem elisabethanisches Englisch als Zweitsprache. Ihre ersten Erzählungen erschienen 1997 in Asimov's Science Fiction. Die Company-Reihe setzte sie mit „Sky Coyote“ (1999) und „Mendoza in Hollywood“ (2000) fort, in Großbritannien als „At the Edge of the West“, und führte sie über „The Graveyard Game“ (2001) und „The Life of the World to Come“ (2004) bis „The Sons of Heaven“ (2007). Heyne brachte die ersten drei Romane 2007 und 2008 in der Reihe „Zeitstürme“ heraus. Die Novelle „The Empress of Mars“ (2003) über eine Frau, die nach dem Scheitern der britischen Kolonisierung die einzige Bar auf dem Mars betreibt, erhielt 2004 den Theodore Sturgeon Memorial Award und war für den Hugo nominiert; später baute Baker sie zum Roman aus. Außerhalb der Company erschienen „The Anvil of the World“ (2003) und seine Vorgeschichte „The House of the Stag“ (2008), beide 2012 bei Feder & Schwert als „Der Amboss der Welten“ und „Das Haus des Hirschs“. „The House of the Stag“ stand 2009 wie die Erzählung „Caverns of Mystery“ in der Auswahl für den World Fantasy Award. 2008 übergab Baker ihr Archiv der Northern Illinois University. Kage Baker starb am 31. Januar 2010 in Pismo Beach. Im Mai erhielt „The Women of Nell Gwynne's“ (2009) den Nebula Award für den besten Kurzroman, auf Deutsch 2010 bei Feder & Schwert als „Die Frauen von Nell Gwynne's“. Viele ihrer Stummfilmkritiken aus dem letzten Lebensjahr gab ihre Schwester Kathleen Bartholomew 2011 als „Ancient Rockets: Treasures and Trainwrecks of the Silent Screen“ heraus; den unvollendeten Roman „Nell Gwynne's On Land and At Sea“ vollendete sie nach Bakers Notizen, er erschien 2012.