Karen Joy Fowler

Kurse im kreativen Schreiben hatte Karen Joy Fowler bei Kim Stanley Robinson belegt, doch zunächst verfolgte sie eine Laufbahn als Tänzerin und unterrichtete zeitweise Ballett. Geboren wurde sie am 7. Februar 1950 in Bloomington, Indiana, als Karen Joy Burke; mit elf Jahren kam sie mit der Familie nach Palo Alto. In Berkeley studierte sie ab 1968 asiatische Kultur und Politikwissenschaft und machte 1972 den Bachelor in Politologie, 1974 schloss sie an der University of California in Davis mit dem Master ab. Ihre erste Science-Fiction-Erzählung erschien 1985 in der von Algis Budrys herausgegebenen Anthologie "L. Ron Hubbard Presents Writers of the Future". Nach dem Erzählband "Artificial Things" (1986, deutsch "Künstliche Dinge") erhielt sie 1987 den John W. Campbell Award als beste neue Autorin. 1991 rief sie mit Pat Murphy auf der WisCon den James Tiptree, Jr. Award ins Leben, benannt nach dem Pseudonym von Alice Sheldon, für Werke, die das Verständnis von Geschlecht erweitern oder erkunden; 2019 wurde er in Otherwise Award umbenannt. Im selben Jahr erschien ihr erster Roman, "Sarah Canary": 1873 taucht in einem Lager von Eisenbahnarbeitern im Washington-Territorium eine fremdartige Frau auf, die nur zwitschernde Laute von sich gibt, und der Chinese Chin Ah Kin soll sie fortbringen. Fowler wollte, dass sich das Buch für Leser der Science-Fiction wie Science-Fiction liest und für Leser der Hauptströmung wie ein Roman der Hauptströmung. John Clute nannte es "den bisher vielleicht besten Roman über einen Erstkontakt". Ihr bekanntestes Buch ist der Bestseller "The Jane Austen Book Club" (2004, deutsch "Der Jane-Austen-Club"), in dem sechs Mitglieder eines Lesekreises die Romane Jane Austens besprechen. Den Film von Robin Swicord (2007) fand Fowler "nicht mein Buch", aber klug und unterhaltsam. "We Are All Completely Beside Ourselves" (2013, deutsch "Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke") erzählt von Rosemary, die mit ihrem Bruder und dem Schimpansen Fern aufwuchs; der Roman gewann 2014 den PEN/Faulkner Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize. Für die Erzählungen "What I Didn't See" und "Always" erhielt sie den Nebula Award, für die Sammlungen "Black Glass" und "What I Didn't See and Other Stories" 1999 und 2011 den World Fantasy Award, 2020 den World Fantasy Award für das Lebenswerk. Sie stand der Clarion Foundation vor und unterrichtet an deren Workshops. Ihr bislang letzter Roman, "Booth" (2022) über eine Familie von Shakespeare-Schauspielern um den Lincoln-Attentäter John Wilkes Booth, kam auf die Longlist des Booker Prize.

Geboren
7. Februar 1950
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher