Karin Ivancsics
1993 gab Karin Ivancsics bei Suhrkamp "Der Riß im Himmel" heraus, einen Band mit Science-Fiction von Frauen. Drei Jahre zuvor war im Wiener Fama Verlag ihre Novelle "Panik" erschienen, 1991 für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert; im Standard hieß es, sie versuche darin, die logischen Konsequenzen von Fremdenhass, Sozialdarwinismus und religiösem Fundamentalismus zu Ende zu denken, und das gelinge "mit beklemmender Glaubhaftigkeit". Geboren am 30. März 1962 in Sankt Michael im Burgenland, wuchs Ivancsics in Deutsch Jahrndorf auf. Nach der Matura 1980 in Neusiedl am See studierte sie an der Universität Wien Germanistik und Romanistik und schloss an der Wirtschaftsuniversität den Lehrgang für Werbung und Verkauf ab. Von 1986 bis 1989 war sie Lektorin im Wiener Frauenverlag, der 1989 ihren Erstling "Frühstücke" herausbrachte, Essensgeschichten, die Ernst Jandl "höchst lebendige, amüsante Kurzgeschichten" nannte. Sie arbeitete auch bei Kulturinstitutionen sowie Buch- und Zeitschriftenverlagen, 1994 wurde sie freie Schriftstellerin. 1995 folgten die Kurzgeschichten "Durst!" und die Miniaturprosa "Deppen & Dämonen", 1996 bei Ritter die "Aufzeichnungen einer Blumendiebin", für Klaus Taschwer im Falter "eine höchst eigenwillige Textcollage". Unter mehreren Stipendien und Auszeichnungen erhielt sie das Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats im Literarischen Colloquium Berlin, das Österreichische Staatsstipendium und, gemeinsam mit Andreas Okopenko, den Hertha-Kräftner-Preis. Bei Ritter erschien 1999 auch "Wanda wartet", das Petra Nachbaur für das Literaturhaus Wien "ein unsentimentales, kritisches, emphatisches Buch" nannte; 2002 wurde ihr Theaterstück "Warteschleife" aufgeführt. In der Bibliothek der Provinz in Weitra folgten "Süß oder scharf" (2005), die Erzählungen "Anna hat zwei Tage" (2008), nach Helmut Schönauer "genau und unbarmherzig" erzählt, und 2011 der Roman "Restplatzbörse", den Herbert J. Wimmer in der Kolik "sehr lapidar und sarkastisch, aber nicht hämisch" fand. 2015 kamen in der edition lex liszt 12 die vier Essays "Aus einem Strich die Landschaft" heraus; selten sei das Burgenland so knapp erklärt worden, schrieb Schönauer. 2018 übernahm Ivancsics die Leitung der Literaturtage im Weinwerk in Neusiedl am See, 2022 erschien, wieder in der edition lex liszt 12, "Zugvögel sind wir".
- Geboren
- 30. März 1962
- Nationalität
- Österreich