Karl Schroeder
„Ventus“, im Jahr 2000 bei Tor erschienen, war Karl Schroeders erster Roman ohne Mitautor und führte seinen Begriff der Thalience ein. Auf dem Planeten Ventus wenden sich die künstlichen Intelligenzen, die ihn für die Ankunft von Siedlern bewohnbar gemacht haben, gegen jede menschliche Technik; die Nachfahren der Siedler leben in vorindustriellen Monarchien und halten die „Winde“ für launische Götter. Kirkus Reviews nannte den Roman eine großartige Leistung, die New York Times zählte ihn 2001 zu ihren Notable Books. 2005 folgte die Vorgeschichte „Lady of Mazes“. Schroeder wurde am 4. September 1962 in Brandon, Manitoba, geboren und zog 1986 nach Toronto. Vor „Ventus“ hatte er ein Dutzend Kurzgeschichten veröffentlicht; für „The Toy Mill“ bekam er 1993 den Prix Aurora in der Sparte Kurzprosa auf Englisch. 1997 erschien bei Tesseract Books „The Claus Effect“, geschrieben mit David Nickle, und mit Cory Doctorow verfasste er den Ratgeber „The Complete Idiot's Guide to Publishing Science Fiction“. In „Permanence“ (Tor, 2002) stößt Rue Cassels auf einen vermeintlichen Kometen, der sich als außerirdischer Cycler herausstellt, ein Schiff, das auf einer Bahn von Lichtjahren Länge zwischen Planeten um Braune Zwerge pendelt. Der Roman erhielt 2003 den Prix Aurora als bester kanadischer Science-Fiction-Roman. Mit „Sun of Suns“ begann 2006 bei Tor die Reihe Virga, angesiedelt in einer luftgefüllten Kugel ohne Schwerkraft, in der mehrere künstliche Sonnen leuchten. Kirkus Reviews zählte den Band zu den besten Büchern des Jahres, 2007 stand er in der Endauswahl des Aurora Award und war für den John W. Campbell Memorial Award nominiert. Bis 2012 folgten „Queen of Candesce“, „Pirate Sun“, „The Sunless Countries“ und „Ashes of Candesce“. 2005 kam „Crisis in Zefra“ beim Directorate of Land Strategic Concepts des kanadischen Verteidigungsministeriums heraus. Neben dem Schreiben beriet Schroeder in der Zukunftsforschung, 2011 schloss er an der OCAD University in Toronto einen Master of Design in Strategic Foresight and Innovation ab. Die Hörbuch-Anthologie „METAtropolis: Cascadia“, zu der er die Erzählung „Deodand“ beitrug, gewann 2012 den Audie Award. Sein Jugendroman „Lockstep“ (Tor, 2014), in dem ein Siebzehnjähriger nach 14.000 Jahren aus einem künstlichen Winterschlaf erwacht, erhielt 2015 den Aurora Award als bester Jugendroman. Es folgten unter anderem „The Million“ (2018) und „Stealing Worlds“ (2019).