Kathleen Ann Goonan
Kathleen Ann Goonan hatte vor, einen Großteil ihrer Zeit dem Schreiben zu widmen, und wurde Lehrerin. Nach dem Studium der Literatur und Philosophie an der Virginia Tech machte sie eine Ausbildung am Montessori Institute in Washington und gründete in Knoxville eine eigene Montessori-Schule, die sie zehn Jahre lang leitete. Zeit zum Schreiben ließ ihr das nicht. Nach einem Umzug nach Hawaii Mitte der 1980er Jahre schrieb sie hauptberuflich. Geboren wurde sie am 14. Mai 1952 in Cincinnati. Mit acht Jahren kam sie nach Hawaii, wo ihr Vater zwei Jahre für die US Navy arbeitete. Beide Orte wurden später Schauplätze: Cincinnati in ihrem ersten Roman, Hawaii im zweiten. 1988 nahm sie am Workshop Clarion West teil. Bis dahin schrieb sie eher Phantastik im Stil Italo Calvinos; durch Greg Bear, einen der Dozenten, kam sie dazu, sich eingehender mit wissenschaftlichen Fragen zu befassen, und wurde so eigentlich erst zur Science-Fiction-Autorin. Ihre erste Erzählung, "Wanting to Talk to You", erschien im Januar 1991 in Isaac Asimov's Science Fiction Magazine, das damals Gardner Dozois herausgab, ebenfalls Dozent jenes Workshops. Mehr als vierzig Kurzgeschichten folgten, unter anderem in Omni, Interzone und im Magazine of Fantasy & Science Fiction. Ihr erster Roman, "Queen City Jazz", erschien 1994 und eröffnete, was sie später ihr Nanotech-Quartett nannte. Bekannt ist sie für Romane über eine Welt, in der Nano- und Biotechnik Menschen und ihre Umgebung tiefgreifend verändern, durchzogen von Anspielungen auf Duke Ellington, Charlie Parker und Sun Ra. William Gibson nannte ihn eine unvergessliche Vision eines Amerikas, verwandelt durch eine neue und völlig apokalyptische Technologie, die New York Times führte ihn unter ihren Notable Books. Wegen Gibsons Lob wurde sie mitunter dem Cyberpunk zugerechnet; einige Kritiker sprachen stattdessen von Nanopunk. "The Bones of Time" (1996), in dem sich hawaiianische Mythologie mit einer Verfolgungsjagd im Stil eines Spionagethrillers durch Asien mischt, kam in die Endrunde des Arthur C. Clarke Award, "Crescent City Rhapsody" (2000) in die des Nebula Award. Mit "In War Times" (2007), angesiedelt im Zweiten Weltkrieg, verließ sie die Nanotechnik und gewann 2008 den John W. Campbell Memorial Award; die Fortsetzung, "This Shared Dream", erschien 2011. 2003 unterrichtete sie bei Clarion West, ab den frühen 2010er Jahren lehrte sie kreatives Schreiben und Science-Fiction an der Georgia Tech. Goonan starb am 28. Januar 2021.
- Geboren
- 14. Mai 1952
- Gestorben
- 28. Januar 2021
- Nationalität
- Vereinigte Staaten