Laura Jean McKay
Jahrelang habe sie sich das unmöglichste Virus ausgedacht, sagte Laura Jean McKay über die Aufnahme ihres Hörbuchs im März 2020, nur um dann zu erleben, wie eine Krankheit jenseits ihrer Vorstellung die wirkliche Welt in die Isolation trieb. Ihr Roman "The Animals in That Country" war zu Beginn der COVID-19-Pandemie erschienen, ein Zufall: Angestoßen hatte ihn eine Viruserkrankung, die sie sich 2013 auf einem Schriftstellerfestival auf Bali zuzog, und damals hatte sie mit der Arbeit begonnen. McKay, 1978 geboren, wuchs in Sale in der Region Gippsland im australischen Bundesstaat Victoria auf. Nach dem Erdbeben und Tsunami im Indischen Ozean 2004 arbeitete sie für internationale Hilfsorganisationen in Kambodscha und schrieb danach, während eines Masters in Creative Writing an der University of Melbourne, "Holiday in Cambodia". Die Erzählungen, die fragen, wie das Leben der Ausländer und fremder Einfluss auf die Menschen in Kambodscha wirken, erschienen 2013 bei Black Inc. und kamen auf die Shortlists des Glenda Adams Award, des Steele Rudd Award und des Asher Award. Als einen ihrer Einflüsse nannte sie Janet Frame. An der University of Melbourne, wo sie promovierte, schrieb sie "The Animals in That Country", einen spekulativen Roman über die Verständigung zwischen den Arten, ausgelöst durch eine Pandemie. Der Titel verneigt sich vor einem frühen Gedichtband Margaret Atwoods. Der Guardian nannte das Buch ein außergewöhnliches Debüt. Im Februar 2021 gewann es den Victorian Prize for Literature, den höchstdotierten Literaturpreis Australiens, und im September 2021 den Arthur C. Clarke Award; dazu kam ein Aurealis Award für den besten Science-Fiction-Roman, geteilt mit Corey J. White. Die Jury lobte nach den Worten des Preisdirektors neben dem Ernst der Umwelt- und Sozialthemen den schwarzen Humor des Romans. Die französische Ausgabe "Les animaux de ce pays" gewann 2025 den Prix Gargantua. Seit Juni 2019 lehrt McKay Creative Writing an der Massey University in Neuseeland, im Februar 2022 erhielt sie den NZSA Waitangi Day Literary Honour. "Gunflower" (2023) sammelt Erzählungen, Gedichte und Skizzen aus zwanzig Jahren und kam 2024 auf die Shortlist des Steele Rudd Award. Nina Allan schrieb im Guardian, McKay verbiege die gewohnte Wirklichkeit virtuos in fremde Formen, und die Zeitung zählte das Buch zu den besten Werken der Belletristik 2023.
- Nationalität
- Neuseeland