Lavie Tidhar
Bei den World Fantasy Awards 2012 setzte sich Lavie Tidhars Roman "Osama" gegen Stephen Kings "11/22/63" und George R. R. Martins "A Dance with Dragons" durch und gewann den Preis als bester Roman. Das Buch war 2011 erschienen, 2013 kam es auf Deutsch heraus. Geboren am 16. November 1976, wuchs Tidhar im Kibbuz Dalia im Norden Israels auf. Mit 15 begann er, viel zu reisen, und seine Erfahrungen als Reisender sind in mehrere seiner Werke eingegangen. Längere Zeit lebte er in Großbritannien und Südafrika, auch in Laos und Vanuatu hat er gelebt, 2013 lebte er in London. Er schreibt auf Englisch; von seinen Romanen war bis 2024 nur einer in hebräischer Übersetzung in Israel erschienen. Ab 2009 gab er die Anthologiereihe The Apex Book of World SF heraus, die Kurzgeschichten internationaler spekulativer Literatur sammelt; die ersten drei Bände stellte er selbst zusammen, danach blieb er Reihenherausgeber. Für seinen World SF Blog erhielt er den BSFA Award für Sachliteratur, für die Novelle "Gorel and the Pot-Bellied God" 2012 den British Fantasy Award. Seine dreibändige Reihe The Bookman Histories (2010 bis 2012) setzte GraphicAudio als dramatisierte Hörbücher um. "Central Station" (2016, deutsch 2018) beruht auf einem Zyklus von Erzählungen, die in wesentlich veränderter Fassung zum Roman wurden; der Zyklus ist von Autoren wie Cordwainer Smith, C. L. Moore, Clifford D. Simak, Philip K. Dick und Zenna Henderson inspiriert. Der Roman gewann 2017 den John W. Campbell Memorial Award und stand auf der Shortlist des Arthur C. Clarke Award. Für "A Man Lies Dreaming" (2014) hatte Tidhar 2015 den mit 5000 Pfund dotierten Jerwood Fiction Uncovered Prize erhalten. Von Oktober 2019 bis August 2022 schrieb er mit Silvia Moreno-Garcia die Science-Fiction- und Fantasy-Kolumne der Washington Post; zuvor hatten beide die Onlinezeitschrift The Jewish Mexican Literary Review herausgegeben, die es auf drei Ausgaben brachte. Seit 2023 schreibt er unter dem gemeinsamen Label Positronish kurze Animationsfilme für den Regisseur Nir Yaniv, mit Jared Shurin gibt er den Newsletter Shelfies heraus. Von der Maror-Trilogie erschienen "Maror" (2022) und "Adama" (2023) 2024 und 2025 bei Suhrkamp auf Deutsch; für einen Band der Trilogie erhielt Tidhar 2025 den Deutschen Krimipreis in der internationalen Sparte.
- Geboren
- 1976-11-16
- Nationalität
- Israel