Leif Randt
In "Planet Magnon" (2015) hat die "Diffusionierung" den Tod abgelöst, und statt einer Regierung steuert das Computersystem "ActualSanity" politische Entscheidungen nach statistischen Erhebungen. Konstellation, Figuren- und Ortsnamen lehnen sich an Werke der US-amerikanischen Kultur an, etwa an Frank Herberts Dune-Reihe und David Lynchs Verfilmung. Es war Leif Randts erstes Buch bei Kiepenheuer & Witsch; der Spiegel nahm es in seine Liste "50 Bücher unserer Zeit" auf, die Filmrechte erwarb der Regisseur Nicholas Mockridge. Randt wurde 1983 in Frankfurt am Main geboren, wuchs in Maintal-Hochstadt auf und studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seinen Debütroman "Leuchtspielhaus" begann er während eines Auslandssemesters in London. 2010 gewann er den MDR-Literaturpreis und den Nicolas-Born-Debütpreis. Die erste Hälfte von "Schimmernder Dunst über CobyCounty" reichte er als Diplomarbeit ein; für einen Auszug erhielt er 2011 beim Ingeborg-Bachmann-Preis den Ernst-Willner-Preis. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte den Roman "das wahrscheinlich unaufgeregteste Buch der Saison", und Rainald Goetz nahm 2012 in seinem Seminar zur Heiner-Müller-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin einen Auszug als Beispiel für einen gelungenen Romananfang. Im selben Jahr erhielt Randt den Düsseldorfer Literaturpreis. 2014 veröffentlichte er in der Zeitschrift Bella Triste einen Text zur Theorie der "Post Pragmatic Joy", die im Glossar von "Planet Magnon" als postpragmatischer emotionaler Zustand wiederkehrt. 2016 brachte das Düsseldorfer Schauspielhaus den Roman auf die Bühne, und Randt erhielt den Erich-Fried-Preis. "Allegro Pastell" (2020) über die Beziehung eines Frankfurter Webdesigners und einer Berliner Schriftstellerin stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Der Titel geht auf die Allegro-Grundschule in Berlin-Tiergarten zurück, wo Randt wie seine Hauptfigur Tanja Badminton trainiert. Der Arbeitstitel "Artengo" war eine Eigenmarke von Decathlon, und die Firma untersagte, den Markennamen als Romantitel zu verwenden. Ijoma Mangold schrieb in der Zeit, kein Millennial könne künftig einen Roman schreiben, ohne sich zu dem Buch zu verhalten. Anna Roller verfilmte es nach Randts Drehbuch; der Film lief auf der 76. Berlinale und kam im April 2026 in die Kinos. Nach eigener Angabe hat ihn das Kino stärker beeinflusst als die Literatur; zu seinen literarischen Einflüssen zählen unter anderem der frühe Peter Handke und Michel Houellebecq. 2025 erschien sein Roman "Let's Talk About Feelings".
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